Fall Gülistan Doku: Hauptverdächtiger erstmals vor US-Gericht

04.07.2026 – 14:00 Uhr

Der im Fall der verschwundenen Universitätsstudentin Gülistan Doku gesuchte Hauptverdächtige hat sich erstmals vor einem Gericht in den USA verantworten müssen. Gegenstand der Anhörung am 30. Juni waren sein Aufenthaltsstatus sowie ein mögliches Ausweisungsverfahren.

Während der per Video abgehaltenen Verhandlung beantragte der Anwalt des Verdächtigen mehr Zeit zur Vorbereitung. Das Gericht gab dem Antrag statt und setzte den nächsten Verhandlungstermin auf den 21. Juli fest.

Der Verdächtige, der sich derzeit in den USA in Haft befindet, erschien in Gefängniskleidung vor Gericht. Nach Angaben des Richters war die Anhörung zunächst als Vorprüfung im Zusammenhang mit seinem Asylantrag und weiteren möglichen Schutzrechten angesetzt.

Der Mann war am 22. Mai von den US-Behörden festgenommen worden, nachdem auf Ersuchen der Türkei eine Interpol-Rotecke gegen ihn erlassen worden war. Türkische Ermittler betrachten ihn als eine Schlüsselfigur im Fall Gülistan Doku.

Die Studentin der Munzur-Universität in Tunceli wird seit dem Jahr 2020 vermisst. Der Fall sorgte in der Türkei für großes öffentliches Interesse. Neue Dynamik erhielt die Untersuchung, nachdem die leitende Staatsanwältin Ebru Cansu die Ermittlungen wieder aufnahm und ein Sonderermittlungsteam einsetzte. Dieses wertete Hunderte Stunden Überwachungsvideos aus, analysierte Mobilfunk- und Kennzeichendaten und identifizierte weitere Verdächtige.

Im Zuge der neuen Ermittlungen wurden mehrere Personen festgenommen oder verhaftet, darunter der ehemalige Gouverneur der Provinz Tunceli, Tuncay Sonel, dessen Sohn Mustafa Türkay Sonel sowie der frühere Polizeibeamte Gökhan Ertok.

Zusätzlich ausgewertete Mobilfunk- und Standortdaten werfen inzwischen neue Fragen auf. Demnach soll das Mobiltelefon von Gülistan Doku noch mehrere Stunden aktiv gewesen sein, nachdem die Ermittler ursprünglich von ihrem Verschwinden ausgegangen waren.