(DHA) Antalya – Die Zahl extremer Wetterereignisse in der Türkei hat sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Während Anfang der 2000er-Jahre jährlich weniger als 400 solcher Ereignisse registriert wurden, waren es von Januar bis September 2026 bereits 1.329. Besonders häufig treten Starkregen und Überschwemmungen auf, gefolgt von Stürmen und Tornados. Das geht aus Daten des türkischen Wetterdienstes hervor, über die die Nachrichtenagentur DHA berichtet.

2023 wurde ein neuer Höchststand erreicht
Die Zahl der Extremwetterereignisse stieg in den vergangenen Jahren deutlich an. 2014 wurden erstmals 500 Fälle erreicht, 2015 waren es bereits 959. Im Jahr 2016 registrierte der Wetterdienst 1.313 Ereignisse. Nachdem die Zahl 2021 mit 1.024 erstmals die Marke von 1.000 überschritten hatte, folgte 2023 mit 1.475 Fällen ein neuer Rekord.
2024 wurden 1.257 Ereignisse verzeichnet, im vergangenen Jahr waren es 1.011. Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres meldet der Wetterdienst bereits 1.329 Fälle.
Starkregen und Überschwemmungen besonders häufig
Starkregen und Überschwemmungen gehörten in den meisten Jahren zu den häufigsten Extremereignissen. Ausnahmen bildeten unter anderem 2016, als Hitzewellen den größten Anteil ausmachten, sowie 2014, 2017 und 2021, in denen Stürme und Tornados besonders häufig waren. 2025 standen Stürme an erster Stelle.
Auch Hagel, heftige Schneefälle, Blitzeinschläge, Erdrutsche, Lawinen und Waldbrände wurden registriert. Die Verteilung der Ereignisse schwankt dabei von Jahr zu Jahr.
Für Januar bis August 2026 entfielen laut den Daten 33 Prozent der 1.263 registrierten Extremereignisse auf Starkregen und Überschwemmungen. Stürme machten 20 Prozent aus, Hagel 17 Prozent, Erdrutsche zehn Prozent und heftige Schneefälle acht Prozent.

Überschwemmungen forderten zahlreiche Todesopfer
Extreme Wetterereignisse hatten in der Türkei wiederholt tödliche Folgen. Besonders schwer waren die Überschwemmungen im Jahr 2021 in den Provinzen Kastamonu, Sinop und Bartın, bei denen 97 Menschen ums Leben kamen. Bei einer Lawine in Van starben 2020 insgesamt 41 Menschen.
Auch Überschwemmungen in Şanlıurfa forderten 2023 mit 21 Todesopfern zahlreiche Menschenleben. Im Jahr 2024 kam bei Überschwemmungen in Antalya ein Mensch ums Leben.
66 Wetterereignisse allein im September
Im September 2026 wurden weitere 66 meteorologische Extremereignisse erfasst. Darunter waren 24 Fälle von Starkregen und Überschwemmungen, 16 Stürme, neun Erdrutsche, sieben Hagelereignisse und sieben Blitzeinschläge. Zudem registrierten die Behörden zwei Waldbrände und einen Sandsturm.
Starkregen machte damit rund 36 Prozent der im September erfassten meteorologischen Ereignisse aus.