PARIS – Der außergewöhnlich heiße Sommer 2026 hat in Europa einen neuen Höchstwert beim Hitzestress verursacht. Nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus waren 52 Prozent der Fläche Europas zeitweise einer sehr starken Hitzebelastung ausgesetzt.
Der Klimawandel habe die Hitzewellen zusätzlich begünstigt. Der sich besonders schnell erwärmende Kontinent erlebte bereits im Frühjahr ungewöhnlich früh eine Serie von Hitzewellen. Dabei wurden vielerorts Temperaturrekorde gebrochen. Die hohen Temperaturen führten zudem zu Zehntausenden zusätzlichen Todesfällen.
„Was 2026 besonders hervorhebt, ist nicht nur die Intensität der Hitze, sondern auch ihre geografische Ausdehnung“, sagte Samantha Burgess, Klimachefin des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), das Copernicus betreibt.
West- und Südeuropa besonders betroffen
Der Sommer 2026 war der drittwärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen in Europa und zugleich der heißeste Sommer in Westeuropa. Mehrere Länder meldeten neue Rekordtemperaturen.
Vier der zehn stärksten Hitzewellen, die jemals in Europa registriert wurden, ereigneten sich laut Burgess allein in diesem Sommer. Die schwerste Hitzewelle bleibt demnach jene vom August 2003.
Copernicus zufolge waren 52 Prozent Europas Temperaturen ausgesetzt, bei denen sich die gefühlte Temperatur auf mehr als 38 Grad Celsius belief. Rund 80 Prozent des Kontinents erlebten zudem „starken Hitzestress“ mit gefühlten Temperaturen von mehr als 32 Grad.
Solche Bedingungen wurden bis zum Ende des Sommers an insgesamt 41 Tagen registriert – ebenfalls ein neuer Rekord.
„Der Sommer 2026 hat gezeigt, dass Hitzestress sowohl großflächiger als auch länger anhaltend wird“, erklärte Burgess. Hitze sei weltweit inzwischen die wichtigste Ursache für wetterbedingte Todesfälle.