Europa erlebt historische Junihitze mit Temperaturen über 43 Grad

Symbolbild: DHA
25.06.2026 – 10:00 Uhr

Eine beispiellose Hitzewelle hält Europa weiterhin fest im Griff und hat in mehreren Ländern neue Temperaturrekorde aufgestellt. Während erneut Millionen Menschen unter tropischen Nächten litten, wachsen die Sorgen vor den direkten gesundheitlichen Folgen der Extremtemperaturen, die bereits mehrere Todesopfer gefordert haben.

In Frankreich berief Premierminister Sébastien Lecornu am 23. Juni eine Krisensitzung ein, nachdem der Wetterdienst Météo-France einen neuen landesweiten Durchschnittstemperaturrekord für den Monat Juni gemeldet hatte. Mit durchschnittlichen Tag- und Nachttemperaturen von 29,2 °C wurde der bisherige Höchstwert vom 30. Juni 2025 bereits am 22. Juni überboten. In der zentralfranzösischen Gemeinde Châteaumeillant kletterte das Thermometer sogar auf 43,3 Grad Celsius.

Die Extremwetterlage hat bereits Todesopfer gefordert: In der südfranzösischen Stadt Carpentras starben zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren, nachdem sie am 22. Juni in einem auf einem Parkplatz abgestellten Familienauto zurückgelassen worden waren. Nur einen Tag zuvor waren im südwestlich gelegenen Département Gironde drei ältere Menschen in ihrer Wohnung an den Folgen der hohen Temperaturen gestorben. Die französischen Behörden machen die extreme Hitze für beide Vorfälle verantwortlich.

Auch in Großbritannien spitzt sich die Lage dramatisch zu. Nur wenige Wochen nach dem wärmsten Mai seit Beginn der Aufzeichnungen hat das Met Office zum zweiten Mal in seiner Geschichte die höchste Wetterwarnstufe herausgegeben. Sie gilt für den heutigen und den morgigen Tag und umfasst weite Teile Mittel- und Südenglands, darunter die Millionenstädte London und Birmingham. Der britische Wetterdienst erwartet, dass der Juni-Rekord von 35,6 °C aus den Jahren 1957 und 1976 gebrochen wird. Lokal seien Spitzenwerte von bis zu 40 Grad möglich. Als Reaktion darauf kündigten Schulen im Südwesten Englands an, den Unterricht vorzeitig zu beenden, während ein Zugunternehmen Verbindungen aus London aufgrund des „schweren Wetters” strich oder umleitete.

In Italien hat das Gesundheitsministerium für 15 Städte – darunter Mailand und Rom – die höchste Hitzewarnstufe Rot ausgerufen und rechnet mit einer Ausweitung auf 16 Städte. Die spanische Hauptstadt Madrid, die am 22. Juni mit Temperaturen von bis zu 40 °C zu kämpfen hatte, richtete derweil eine sogenannte „Klimazuflucht” für obdachlose und besonders gefährdete Personen ein. In der Zeit von Mittag bis 20 Uhr werden dort Wasser, Nahrung und Hygienemöglichkeiten bereitgestellt.

Die Häufung und Intensität der aktuellen Hitzewelle schüren erneut die Debatte über die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Forscher sehen in den immer länger und heftiger werdenden Extremwetterperioden einen eindeutigen Beleg für die globale Erderwärmung. Erst vor einem Monat hatte eine ungewöhnlich frühe Hitzewelle weite Teile Westeuropas erfasst und für Chaos im Verkehr sowie die Absage zahlreicher Freiluftveranstaltungen gesorgt.