EU macht Türken Hoffnung auf Visafreiheit

25.10.2026 – 10:00 Uhr

Ankara – Der EU-Botschafter in der Türkei, Aivo Orav, zeigt sich zuversichtlich, dass die Bemühungen um eine visumfreie Einreise türkischer Staatsbürger in die Europäische Union vorankommen könnten. Türkische Regierungsvertreter hätten ihm mitgeteilt, dass sie Anweisungen auf höchster Ebene erhalten hätten, die sechs noch offenen Bedingungen für die Visaliberalisierung zu erfüllen.

Bei einem Gespräch mit diplomatischen Korrespondenten in Ankara am 22. Oktober sagte Orav, seine Treffen mit Regierungsvertretern und Politikern hätten ihn ermutigt. Die Visafreiheit sei für beide Seiten weiterhin ein wichtiges Thema. Der Prozess könne jedoch erst weiter vorangebracht werden, wenn die sechs ausstehenden Voraussetzungen erfüllt seien.

Lange Wartezeiten bei Visumanträgen

Orav räumte zugleich die Schwierigkeiten ein, mit denen türkische Antragsteller bei der Beantragung von Visa konfrontiert sind. Dazu zählen lange Wartelisten und Probleme, überhaupt einen Termin bei den zuständigen Konsulaten zu bekommen. Das Thema sei bei nahezu all seinen Gesprächen in der Türkei zur Sprache gekommen.

„Wir müssen diese Probleme systematisch angehen“, sagte Orav. Die EU-Mitgliedstaaten bemühten sich darum, ihre Konsularabteilungen personell zu verstärken.

EU will Beziehungen weiter ausbauen

Auch mit Blick auf die allgemeinen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei signalisierte der Botschafter Gesprächsbereitschaft. In den vergangenen sechs Monaten habe es mehr hochrangige Besuche und fortgesetzte Dialogtreffen gegeben. Dies wertete er als Zeichen einer intensiveren Annäherung.

„Die Türkei braucht die EU, und die EU braucht die Türkei“, sagte Orav. Trotz der schwierigen gemeinsamen Geschichte müsse der Blick nach vorn gerichtet werden. Diplomaten sollten dazu beitragen, dass auch die politischen Entscheidungsträger diesen Weg einschlagen.

Zu den jüngsten Zeichen der Annäherung zählte Orav Besuche hochrangiger EU-Vertreter, des EU-Außenbeauftragten und von Mitgliedern der Europäischen Kommission.

Verhandlungen über „Made in Europe“ laufen weiter

Zur möglichen Einbeziehung der Türkei in den europäischen Rahmen „Made in Europe“ erklärte Orav, die Verhandlungen dauerten an. Eine endgültige gesetzliche Regelung sei noch nicht vereinbart worden. Die 27 EU-Mitgliedstaaten verhandelten weiterhin über das Vorhaben.

Dabei werde auch die Position Ankaras berücksichtigt. „Entscheidend ist, dass die Ansichten der Türkei aufmerksam angehört werden“, betonte der Botschafter.