Erzurum – Das historische Kongressgebäude in der osttürkischen Provinz Erzurum wurde vorübergehend für Besucher geschlossen, nachdem technische Bewertungen ergeben hatten, dass es nicht ausreichend erdbebensicher ist.
Laut Provinzdirektion für Tourismus zeigten strukturelle Analysen, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurden, erhebliche Schäden am tragenden System des Gebäudes, verursacht durch mehrere Erdbeben im Laufe der Jahre.
Seismische und strukturelle Bewertungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Erdbebenresistenz des Gebäudes unzureichend ist. Die Behörden reagierten darauf umgehend, um die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten.
Seit dem 6. Januar ist das Kongressgebäude, das seit 2018 als Museum für Malerei und Skulptur unter dem Ministerium für Kultur und Tourismus betrieben wird, für Besucher geschlossen und evakuiert.
Beamte des Ministeriums werden Restaurierungs- und Verstärkungsmaßnahmen durchführen. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Gebäude wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein – unter Bewahrung seines ursprünglichen architektonischen Charakters und modernisiert nach aktuellen Museumsstandards, inklusive Barrierefreiheit und optimierter Besucherführung.
Das Kongressgebäude, als geschütztes Kulturerbe eingetragen, war im Juli–August 1919 Schauplatz des Erzurum-Kongresses, einer zentralen Versammlung während des Türkischen Unabhängigkeitskriegs unter der Führung von Mustafa Kemal Atatürk. Die dort getroffenen Entscheidungen legten den Grundstein für die Gründung der Republik Türkei und das Prinzip der nationalen Souveränität.