Erneute blutige Tat an türkischer Schule: Vier Tote nach Angriff in Kahramanmaraş – Minister eilen zum Tatort

15.04.2026 – 14:03 Uhr

Erneut hat eine Gewalttat eine türkische Bildungseinrichtung erschüttert: Bei einem bewaffneten Angriff auf die Ayser-Çalık-Mittelschule in der Provinz Kahramanmaraş sind am Dienstag mindestens vier Menschen getötet worden. Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag nach einer ähnlichen Attacke auf ein Gymnasium in Şanlıurfa.

Ersten Erkenntnissen zufolge fielen am Vormittag im Schulgebäude im Bezirk 12 Şubat Schüsse. Die Polizei leitete umgehend eine groß angelegte Evakuierung des Geländes ein und sperrte den Bereich weiträumig ab. Zahlreiche Rettungswagen und Sicherheitskräfte wurden zum Tatort beordert.

Der Gouverneur von Kahramanmaraş, Mükerrem Ünlüer, bestätigte vor Journalisten den Verlust von vier Menschenleben. Weitere Details zur Identität der Opfer oder zum Tathergang nannte er zunächst nicht. „Die Lage ist noch sehr frisch und unübersichtlich. Wir haben es mit einem sehr tragischen Ereignis an einer unserer Schulen zu tun“, erklärte Ünlüer gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Behörden prüfen derzeit intensiv die Hintergründe der Tat.

Aufgrund der Schwere des Vorfalls reisten sowohl Bildungsminister Yusuf Tekin als auch Innenminister Mustafa Çiftçi umgehend in die südosttürkische Krisenregion. Die genauen Umstände des Angriffs sowie ein mögliches Motiv des oder der Täter waren am frühen Nachmittag noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Der Vorfall in Kahramanmaraş weckt böse Erinnerungen an eine Gewalttat vom Vortag: In der Stadt Siverek in der Provinz Şanlıurfa hatte ein mit einer Schrotflinte bewaffneter Mann das Ahmet-Koyuncu-Berufsgymnasium gestürmt, 16 Personen verletzt und anschließend Suizid begangen. Ein direkter Zusammenhang zwischen beiden Taten wird von den Sicherheitsbehörden derzeit nicht bestätigt.