Eğirdir-See in Gefahr: Forscher warnen vor trüber Zukunft des zweitgrößten Süßwassersees der Türkei

11.01.2026 – 16:00 Uhr

Isparta / Türkei – Der Eğirdir-See, der zweitgrößte Süßwassersee der Türkei, steht nach den ersten Ergebnissen eines gemeinsamen Projekts der Süleyman-Demirel-Universität (SDÜ) und der Erciyes-Universität vor einer ökologischen Herausforderung. Demnach könnte der klare See zunehmend in einen trüben Zustand mit dominanten Cyanobakterien übergehen.

Dr. Meltem Kaçıkoç von der SDÜ erklärte, dass der See sowohl für die Trinkwasserversorgung als auch für die landwirtschaftliche Bewässerung von strategischer Bedeutung ist. Messungen der staatlichen Wasserbehörde DSİ zeigen, dass der Wasserspiegel zwischen 1990 und 2024 von durchschnittlich 916,84 m auf 914,50 m gesunken ist – ein Rückgang von insgesamt 2,3 Metern.

„Der Rückgang des Wasserstands und die Verschlechterung der Wasserqualität wirken sich direkt auf Trinkwassersicherheit, Landwirtschaft und die regionale Wirtschaft aus. Das Problem ist daher nicht nur lokal, sondern eine nationale Frage der Wasserwirtschaft“, betont Dr. Kaçıkoç.

Für den Schutz des Sees wurde erstmals ein umfassender Eğirdir-See-Aktionsplan entwickelt, der in Zusammenarbeit mit DSİ und weiteren zuständigen Behörden erstellt wurde. Der Erfolg dieses Plans hänge jedoch davon ab, dass die Maßnahmen konsequent vor Ort umgesetzt und dauerhaft fortgeführt werden.

Im Rahmen des Projekts untersuchen die Forscher die hydrodynamische Struktur des Sees, zeitliche Veränderungen der Wasserqualität, Nährstoffbelastungen und die Entwicklung von Cyanobakterien. Erste Ergebnisse zeigen, dass der See von einem klaren, von Makrophyten dominierten System in einen trüben Zustand übergeht – ein Risiko nicht nur für das ökologische Gleichgewicht, sondern auch für die langfristige Nutzung als Trinkwasserversorgung.

Dr. Kaçıkoç betont: „Nachhaltiges Wassermanagement, Kontrolle der landwirtschaftlichen Nutzung, Reduzierung der Nährstoffbelastung und ein ökosystembasierter Ansatz sind entscheidend für die Zukunft des Eğirdir-Sees.“