Bei einer außergewöhnlich dreisten Tat haben Unbekannte am Donnerstagabend im Tokioter Stadtzentrum etwa 2,7 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 420 Millionen Yen) erbeutet. Wie Polizei und Medien am Freitag berichteten, setzten die Täter gegen 21.30 Uhr Ortszeit Pfefferspray ein, um mehrere Koffer mit dem Bargeld in der Nähe des viel frequentierten Ueno-Bahnhofs an sich zu reißen. Die Polizei bestätigte den Vorfall unter Berufung auf Anonymität.
Laut japanischen Medienberichten waren die Opfer eine fünfköpfige Gruppe aus chinesischen und japanischen Staatsangehörigen. Sie hatten die Koffer demnach gerade in ein Fahrzeug laden wollen. Den Angaben zufolge sollte das Geld zu Wechselstuben gebracht werden. Ein offizielles Motiv für den Transport der enormen Bargeldsumme nannten die Behörden zunächst nicht.
In einem möglicherweise damit zusammenhängenden Zwischenfall wurde in der Nacht zum Freitag, wenige Stunden später, am Parkhaus des Flughafens Haneda ein weiterer Mann mit Pfefferspray angegriffen. Laut Medienberichten ging es dabei um etwa 190 Millionen Yen. Die Polizei prüft derzeit, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Vorfällen gibt.
Der Raubüberfall in der international für ihre sehr niedrige Kriminalitätsrate bekannten, bevölkerungsreichen Metropole stellt einen spektakulären Ausnahmefall dar. Die Ermittlungen der Tokioter Präfekturpolizei dauern an.