(DHA) Antalya – Dr. Meltem Kaçıkoç von der Süleyman-Demirel-Universität (SDÜ), Fachbereich Umweltingenieurwesen, hat auf die drastischen Veränderungen der Seen in der Göller-Region zwischen 1990 und 2024 hingewiesen. Demnach sank der Wasserspiegel des Eğirdir-Sees in 34 Jahren um 2,3 Meter, der des Beyşehir-Sees um 6,6 Meter und der des Burdur-Sees sogar um 14,8 Meter.
Dr. Kaçıkoç erklärte, dass die Folgen des Klimawandels, steigende Temperaturen, unregelmäßige Niederschläge und insbesondere der Rückgang der Schneedecke die natürlichen Seen stark belasten. Hinzu komme die intensive Nutzung von Oberflächen- und Grundwasser für die Landwirtschaft, die das Wassergleichgewicht weiter beeinträchtige. „Besonders in der Göller-Region sind diese Effekte deutlich spürbar“, sagte sie.
Die Seen Eğirdir, Beyşehir und Burdur spielen aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung eine zentrale Rolle in der Region. Während der Beyşehir-See der größte Süßwassersee der Türkei und eine wichtige Trinkwasserquelle ist, dient der Eğirdir-See ebenfalls der Trinkwasserversorgung und der landwirtschaftlichen Bewässerung. Der Burdur-See zeichnet sich durch seine geschlossene Beckenstruktur aus und zeigt die Auswirkungen des Klimawandels besonders deutlich.
„Die Messdaten des Staatlichen Hydraulikamts belegen eindeutig den langfristigen Wasserverlust. Diese Veränderungen sind nicht nur saisonale Schwankungen, sondern ein anhaltender Prozess“, betont Dr. Kaçıkoç. Besonders in flachen, großen Seen wie Eğirdir und Beyşehir führen schon wenige Meter Pegelverlust zu Millionen Kubikmetern verlorenen Wassers. Dies beeinträchtigt die Selbstregeneration der Seen, erhöht die Wassertemperatur und verschärft die Konzentration von Schadstoffen, was die ökologische Balance gefährdet.
Die Expertin warnt, dass nicht nur der Klimawandel, sondern auch die unkontrollierte Wasserentnahme und fehlende Planung in der Region zu diesem Trend beitragen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Wasserverlust weiter zunehmen und die Seen dauerhaft schädigen.
Dr. Kaçıkoç betont die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen von staatlichen Institutionen, lokalen Behörden, Wissenschaftlern und Wassernutzern. „Nur durch gezielte Planung, kontrollierte Wasserentnahme und Reduzierung von Schadstoffeinträgen kann der ökologische Widerstand der Seen gestärkt werden. Jeder richtige Schritt heute schützt nicht nur die Seen, sondern auch die Trinkwasserversorgung zukünftiger Generationen“, so die Umweltexpertin.