Der deutsche Reisemarkt stellt sich für den Sommer 2026 neu auf. Während die Türkei eine beachtliche Aufholjagd hinlegt und ihre Buchungsverluste fast vollständig wettmachen kann, brechen die Reservierungen für Fernreisen, insbesondere in die USA, dramatisch ein. Das zeigen aktuelle Daten des Analysehauses Travel Data + Analytics (TDA).
Demnach wächst der Gesamtmarkt der deutschen Reiseveranstalter für die kommende Sommersaison nur um zwei Prozent. Die Türkei, die im östlichen Mittelmeerraum noch vor einem Monat ein Buchungsminus von 34 Prozent verzeichnete, hat diesen Rückstand auf nur noch vier Prozent zusammengestaucht. Im April lag das Land lediglich zwei Prozent hinter dem Vorjahresniveau. Branchenkenner führen diese Trendwende auf das starke Preis-Leistungs-Verhältnis, ein dichtes Flugnetz und die ungebrochen hohe Nachfrage deutscher Urlauber zurück.
Im selben Marktumfeld verbucht Griechenland ein Plus von vier Prozent, während Ägypten mit einem Minus von 18 Prozent der größte Verlierer unter den Nahzielen ist.
Fernreisen im Sinkflug – USA mit 44 Prozent im Minus
Deutlich abwärts geht es für Ziele, die eine lange Anreise erfordern. Das Segment der Fernreisen bricht im Sommer um 13 Prozent ein. Besonders hart trifft es die USA: Trotz der bevorstehenden FIFA-Weltmeisterschaft und der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Gründungsjubiläum des Landes sanken die Buchungseinnahmen deutscher Urlauber um 44 Prozent. Experten machen dafür hohe Kosten, Visumspflicht und die globale politische Großwetterlage verantwortlich.
Auch die Karibik, Asien und die Golfstaaten müssen Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich verkraften. Die klassischen Mittelmeerziele Spanien und Italien behaupten sich derweil als Dauerfavoriten. Dies ist allerdings auch den spürbaren Preisaufschlägen geschuldet: Auf den Kanaren verteuerten sich Pauschalreisen beispielsweise um mehr als fünf Prozent.
Frühbucher dominieren – Last-Minute verliert an Bedeutung
Die TDA-Daten belegen zudem einen anhaltenden Trend zur veränderten Buchungsdisziplin: Spontane Last-Minute-Buchungen machten im April nur noch fünf Prozent des Monatsumsatzes aus. Verbraucher planen ihre Reisen zunehmend langfristiger, wodurch den frühen Buchungsphasen eine wachsende Bedeutung für die Gesamtbilanz der Saison zukommt.
Mit einem erreichten Buchungsstand von 66 Prozent des gesamten Vorjahresumsatzes Ende April richtet sich der Blick der Branche nun vor allem auf die weitere Preispolitik und die Nachfrageentwicklung in der Türkei und in Griechenland. Beide Destinationen gelten als entscheidende Gradmesser für den Erfolg der gesamten europäischen Sommersaison.