Die beliebtesten Vornamen für Neugeborene in der Türkei stehen fest: Wie das Statistikamt Turkish Statistical Institute (TÜIK) am 20. April mitteilte, wurden im vergangenen Jahr mehr als 7.500 Jungen „Alparslan“ und rund 8.800 Mädchen „Alya“ genannt.
Zu den weiteren häufig gewählten Namen gehörten bei Jungen „Göktuğ“ und „Metehan“, während bei Mädchen „Defne“ und „Gökçe“ besonders beliebt waren.
Neben den Namensstatistiken veröffentlichte die Behörde auch aktuelle Zahlen zur Bevölkerungsstruktur. Demnach liegt die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren bei rund 21,4 Millionen – das entspricht 24,8 Prozent der Gesamtbevölkerung von etwa 86,1 Millionen Menschen.
Obwohl dieser Anteil weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Europäischen Union von 17,6 Prozent liegt, ist langfristig ein klarer Rückgang zu beobachten. Im Jahr 1970 lag der Anteil der Kinder noch bei 48,5 Prozent. Dieser Trend spiegelt sinkende Geburtenraten und einen demografischen Wandel wider.
Deutliche regionale Unterschiede bleiben bestehen: Den höchsten Kinderanteil verzeichnen südöstliche Provinzen wie Şanlıurfa, Şırnak und Mardin. Den niedrigsten Anteil weist hingegen die ostanatolische Provinz Tunceli auf, gefolgt von nordwestlichen Regionen wie Edirne und Kırklareli.
Landesweit haben etwa 42 Prozent der Haushalte mindestens ein Kind, wobei die meisten Familien ein oder zwei Kinder haben. Trotz rund 938.000 Geburten im Jahr 2024 gehen Prognosen davon aus, dass der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung weiter sinken wird – auf etwa 22 Prozent bis 2030 und unter 15 Prozent bis zum Ende des Jahrhunderts.
Gleichzeitig zeigen sich Fortschritte in den Bereichen Gesundheit und Bildung: Über 99 Prozent der Geburten finden in Krankenhäusern statt, und die Impfquote bleibt trotz eines leichten Rückgangs hoch. In der Bildung liegt die Einschulungsquote in der Primarstufe bei über 95 Prozent, sinkt jedoch in der Sekundarstufe II auf etwa 83 Prozent.
Dennoch bestehen weiterhin soziale Herausforderungen: Rund 36,8 Prozent der Kinder in der Türkei sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht – ein Wert, der über dem nationalen Durchschnitt liegt.