Chaos nach Landebahn-Panne in Erzurum: Passagiere stranden stundenlang in Trabzon

22.06.2026 – 12:00 Uhr

Eine angebliche Störung der Pistenbeleuchtung am Flughafen Erzurum hat am Abend eine planmäßige Landung verhindert und eine Kettenreaktion mit erheblichen Verspätungen ausgelöst. Eine Maschine der Fluggesellschaft SunExpress, die aus Izmir kam, musste kurzfristig zum Ausweichflughafen Trabzon umgeleitet werden. Für die 195 Passagiere an Bord begann damit eine stundenlange Geduldsprobe, während am Boden in Erzurum ebenfalls zahlreiche Reisende festsaßen.

Nach Informationen aus Fluggastkreisen war die Boeing 737 um 19:40 Uhr Ortszeit in Izmir-Adnan Menderes gestartet. Beim Landeanflug auf Erzurum habe der Kapitän den Passagieren jedoch mitgeteilt, dass eine sofortige Landung aufgrund eines technischen Problems an der Landebahnbeleuchtung nicht möglich sei. Das Flugzeug drehte ab und setzte schließlich sicher im rund 250 Straßenkilometer entfernten Trabzon auf.

Die betroffenen Reisenden Yeşim Sonay und Murat Alatürk schilderten die Situation vor Ort gegenüber Reportern als zermürbend. „Wir dachten, wir wären in Erzurum, als der Pilot plötzlich durchsagte, dass wir nach Trabzon ausweichen müssen. Seit Stunden sitzen wir jetzt hier im Terminal fest und warten auf eine Lösung“, so die verärgerten Passagiere. Auch vonseiten der Airline oder der Flughafenverwaltung habe es zunächst keine klaren Informationen zum weiteren Vorgehen gegeben.

Die Auswirkungen der Panne zogen indes weite Kreise. So musste die für den Rückflug vorgesehene Verbindung von Erzurum nach Izmir komplett gestrichen werden. Die am Boden gestrandeten Fluggäste wurden schließlich mit Reisebussen über die kurvenreiche Küstenstraße nach Trabzon gebracht. Der Bustransfer auf der Strecke zwischen dem anatolischen Hochland und der Schwarzmeerküste dauerte mehrere Stunden.

Während der langen Wartezeit kam es im Terminal von Erzurum immer wieder zu hitzigen Wortgefechten zwischen den zunehmend frustrierten Passagieren und dem Flughafenpersonal. Eine offizielle Stellungnahme der Flughafenverwaltung zur Ursache des Defekts an der Befeuerungsanlage lag bis zum späten Abend nicht vor. Das Ausmaß der Verspätungen sowie die Frage, ob es zu einer Regulierung der entstandenen Kosten für die Passagiere kommt, blieben zunächst ungeklärt.