Bei dem schweren Busunfall im Bezirk Döşemealtı in der türkischen Provinz Antalya ist die Zahl der Todesopfer auf neun gestiegen. Das teilte Antalyas Gouverneur Hulusi Şahin am Sonntag bei einer Presseerklärung im Antalya Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus mit.

Der Reisebus, der am Vorabend aus Tekirdağ gestartet war, kam gegen 10.20 Uhr an einem Autobahnkreuz der nördlichen Umgehungsstraße von der Fahrbahn ab, konnte eine Kurve nicht bewältigen und stürzte in einen Straßengraben. Acht Menschen starben noch am Unfallort. Trotz intensiver medizinischer Maßnahmen erlag später auch der Busfahrer İzzet Karaağaç im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Nach Angaben des Gouverneurs wurden insgesamt 22 Verletzte in verschiedene Krankenhäuser gebracht. 21 von ihnen befinden sich weiterhin in Behandlung, sieben davon in kritischem Zustand. Vier Schwerverletzte werden im Antalya Stadtkrankenhaus, drei weitere im Antalya Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus behandelt. Zwei Patienten erlitten Amputationsverletzungen – einer verlor einen Arm, eine weitere Patientin ein Bein.
Die beiden Schwerverletzten wurden zur Weiterbehandlung an das Universitätsklinikum Akdeniz verlegt. Dort bereitet ein spezialisiertes Ärzteteam unter der Leitung von Prof. Dr. Ömer Özkan, einem der führenden plastischen Chirurgen der Türkei, komplexe Replantationsoperationen vor, um die abgetrennten Gliedmaßen wieder anzunähen.

Zu den ins Universitätsklinikum eingelieferten Verletzten gehören Neziha Kutlu (49), Abdou Nazıro Gnınkouguı (24), Firdevs Sarı (4), Sedef Sarı (27) und Yavuz Selim Yiğit (21). Yiğit wurde wegen seines abgetrennten Arms operiert, Sarı wegen ihres verlorenen Beins.
Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Der Fahrgast Ahmet Kodaz sagte, es habe starken Nebel gegeben, zudem sei der Bus mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen. „Als wir die scharfe Kurve erreichten, kippte der Bus zur Seite, rutschte und prallte gegen die Leitplanken. Menschen stürzten durcheinander, ich konnte sie nicht festhalten“, sagte er.
Anwohnerin Fatma İnce bezeichnete die Unfallstelle als „Todesstraße“ und forderte dringend bauliche Maßnahmen. „Hier passieren ständig Unfälle. Auch als Fahrerin habe ich große Angst in dieser Kurve“, sagte sie.
Ein weiterer Augenzeuge, Yunus Yıldız, schilderte, dass viele Verletzte auf der Straße oder unter dem Bus eingeklemmt gewesen seien. „Überall Schreie. Menschen riefen, dass sie ihre Arme oder Beine verloren hätten. Wir haben versucht, so viele Verletzte wie möglich herauszuziehen“, sagte er.
Die Bergungsarbeiten zur Entfernung des verunglückten Busses dauern weiterhin an. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache wurden eingeleitet.