Briten stürmen schon im Winter die türkische Küste – Muğla verzeichnet Besucherrekord zum Jahresstart

21.04.2026 – 9:00 Uhr

Die türkische Tourismusbranche startet mit ungewöhnlich hohen Gästezahlen ins Jahr 2026: Die Urlaubsprovinz Muğla an der türkischen Ägäisküste hat in den ersten drei Monaten des Jahres bereits mehr als 71.000 ausländische Besucher empfangen. Das geht aus Daten der örtlichen Kultur- und Tourismusdirektion hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurden.

Demnach verzeichnete die für ihre antiken Stätten und 350.000 Gästebetten bekannte Region zwischen dem 1. Januar und dem 31. März insgesamt 71.757 internationale Ankünfte. Besonders auffällig ist der anhaltende Zustrom aus Großbritannien. Mit 24.831 Urlaubern stellten britische Staatsangehörige die mit Abstand größte Besuchergruppe in der sonst eher umsatzschwachen Nebensaison.

Auf den weiteren Plätzen folgten Deutschland mit 4.792 Gästen, Irland mit 3.102 sowie Frankreich mit 2.030 und Schweden mit 1.381 Gästen. Weitere 35.621 Besucher reisten aus anderen Ländern an.

Cengiz Aygün, der Vorsitzende des südägäischen Hotelierverbands GETOB, wertete die Zahlen als Bestätigung der anhaltenden Dominanz des britischen Marktes. Zwar sei die Loyalität der britischen Stammgäste hoch, dennoch müsse die Region ihre Sichtbarkeit nun auch in weiteren europäischen Ländern sowie in neuen Wachstumsmärkten ausbauen.

Mit Blick auf die weiteren wichtigen Quellmärkte Russland und Polen dämpfte Aygün jedoch die Erwartungen. „Die laufenden Konflikte wirken sich derzeit direkt auf das Buchungsverhalten aus”, erklärte der Branchenvertreter. Sollten bis Juni Friedensprozesse Fortschritte machen, rechne man mit einer Normalisierung der Nachfrage.

Auch Mutlu Ayhan, der Präsident der Handelskammer von Marmaris, unterstrich die Bedeutung der Stabilität in der Region für die weitere Saisonentwicklung. Suat Esin, Regionalvorstand des Reiseveranstalterverbands TÜRSAB in Marmaris, ergänzte, dass die Branche äußerst sensibel auf globale Krisen reagiere. „Die Reservierungen laufen aufgrund der Kriegssituation derzeit schleppend. Ein dauerhafter Frieden ist entscheidend, um die erhofften Besucherzahlen zu erreichen.“