Die globale Hotelindustrie verzeichnet einen deutlichen Wertzuwachs. Laut dem aktuellen Markenreport von Brand Finance ist der Gesamtwert der 50 wertvollsten Hotelmarken der Welt im Jahr 2026 auf 69,8 Milliarden US-Dollar gestiegen – ein Sprung von 12 Milliarden Dollar im Vergleich zu 2025 (57,8 Mrd.). In der Rangliste dominieren weiterhin US-amerikanische Konzerne, es gibt jedoch auch bemerkenswerte Verschiebungen durch europäische Expansion und asiatische Luxusstrategien.
An der Spitze thront weiterhin Hilton Hotels & Resorts. Mit einem Markenwert von 19,2 Milliarden US-Dollar verteidigt der Konzern zum elften Mal in Folge seinen Titel als wertvollste Hotelmarke der Welt. Das Unternehmen untermauerte seine Position durch eine aggressive Expansion: Allein im Jahr 2025 kamen rund 100.000 Zimmer hinzu, zudem erfolgte der Markteintritt in 44 neuen Ländern.
Auf dem zweiten Platz folgt Hyatt mit 7,5 Milliarden Dollar. Obwohl Hyatt als einzige Marke in den Top 5 einen Wertrückgang hinnehmen musste, bleibt die operative Basis stark. Der Konzern erreichte mit 148.000 Zimmern eine Rekord-Entwicklungspipeline und steigerte die Mitgliederzahl seines Treueprogramms auf fast 63 Millionen.
Den dritten Rang sicherte sich Marriott mit einem Wert von 4,6 Milliarden Dollar. Der Branchenriese baute sein Portfolio durch strategische Zukäufe, wie die Übernahme von citizenM, und die Einführung der neuen Marke „Series by Marriott” aus. Das Bonusprogramm Marriott Bonvoy zählt mittlerweile 271 Millionen Mitglieder, was eine immense Basis für wiederkehrende Einnahmen schafft.
Holiday Inn (4,3 Mrd. Dollar) und Hampton Inn (3,4 Mrd. Dollar) komplettieren die Top 5 und profitieren von der Stärke ihrer Mutterkonzerne IHG und Hilton. Während Holiday Inn von einer Modernisierungswelle und Rekord-Neueröffnungen profitiert, treibt Hampton Inn seine Expansion, insbesondere in Indien, voran.
Bemerkenswert ist der Aufstieg von Scandic Hotels. Die skandinavische Hotelkette verzeichnete das größte Markenwertwachstum der gesamten Top 10 und erreicht nun einen Markenwert von 1,4 Milliarden Dollar, was sie in eine Liga mit Sheraton und Courtyard by Marriott bringt. Als Gründe werden die Übernahme der Hotelsparte von Dalata und die Expansion nach Deutschland genannt.
Auch der britische Budget-Riese Premier Inn schafft mit einem Wert von 1,3 Milliarden Dollar den Sprung unter die ersten Zehn. Dies ist auf ein forciertes Zimmerwachstum in Großbritannien und Deutschland zurückzuführen, welches kurzfristige Nachfragerückgänge überdeckt.
Unterdessen verteidigt Shangri-La (1,6 Mrd. Dollar) seinen Status als wertvollste asiatische Hotelmarke und setzt mit der neuen Ultra-Luxuslinie „Shangri-La Signatures” auf globale Diversifizierung.
US-Dominanz mit Fragezeichen
Sieben der zehn wertvollsten Hotelmarken stammen aus den USA. Brand Finance sieht darin einen Beleg für die führende Rolle des Landes durch international starke Franchise-Netzwerke. Allerdings zeigt sich die Branche dynamisch: Sechs der Top-10-Marken erzielten ein zweistelliges Markenwertwachstum, was auf steigendes Investorenvertrauen und robuste operative Leistungen hindeutet.
Außerhalb der finanziellen Rangliste sticht eine Marke besonders hervor: Das vietnamesische Unternehmen Vinpearl wurde mit einem Markenstärke-Index von 95,4 von 100 Punkten als „stärkste Hotelmarke” der Welt ausgezeichnet und behält das AAA+-Rating.