ANKARA – Zwischen den russischen und französischen Botschaften in Ankara kam es am 26. Februar zu einem öffentlichen Schlagabtausch auf Social Media, der kurzzeitig diplomatische Spannungen auslöste und die wachsenden Differenzen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine verdeutlichte.
Auslöser der Auseinandersetzung waren Behauptungen des russischen Auslandsgeheimdienstes, Großbritannien und Frankreich erwögen, die Ukraine mit nuklearen Waffen oder sogenannten „schmutzigen Bomben“ auszustatten. Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, warnte, dass ein solcher Schritt eine nukleare Reaktion nach sich ziehen würde.
Die Vorwürfe stießen auf scharfe Gegenreaktionen und mündeten in diplomatische Erwiderungen, die überwiegend auf Türkisch zwischen den Botschaften geführt wurden.
Der offizielle X-Account der russischen Botschaft veröffentlichte Stellungnahmen des Kremlsprechers Dmitri Peskow. Darin betonte Moskau, politische und diplomatische Wege offen zu halten, stellte jedoch klar, dass Entwicklungen von den Handlungen des sogenannten „Kiewer Regimes“ abhängen würden. Zudem sei jede Übertragung von Nuklearwaffen an die Ukraine völkerrechtswidrig.
Die französische Botschaft reagierte mit einem scharfen Konter: Was einst als „Dreitagekrieg“ dargestellt wurde, habe sich nun bereits ins fünfte Jahr gezogen, während Russland weiterhin Abschreckung als Drohung darstelle.
Russland antwortete in einem Statement auf Französisch und Türkisch und erinnerte an die Napoleonischen Kriege: „Es ist wirklich traurig, dass das einzige Relikt der berühmten französischen Diplomatie erbärmliche Social-Media-Posts sind. Wir müssen unsere Kollegen daran erinnern, dass Paris einer der Hauptunterstützer des Nazi-Regimes in Kiew war, das seit 2014 eigene Zivilisten, darunter Kinder und Frauen, getötet hat. Vielleicht wird es noch immer von den Geistern von 1812 heimgesucht.“
Dieser ungewöhnlich offene und sichtbare Schlagabtausch zwischen den Botschaften erregte schnell Aufmerksamkeit in den sozialen Medien und zeigt die zunehmende geopolitische Kluft über den Ukraine-Konflikt.