Die türkische Tourismusbranche blickt einer richtungsweisenden Neuregelung aus Ankara entgegen. Die Rückkehr internationaler Online-Buchungsplattformen wie Booking.com auf den türkischen Markt wird von Branchenvertretern deutlich begrüßt. Der Verband der touristischen Unternehmen in Alanya (ALTİD) sieht darin einen erheblichen Schub für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
Auf der wöchentlichen Vorstandssitzung unter Leitung des ALTİD-Vorsitzenden Cem Özcan wurde die Gesetzesinitiative des türkischen Parlaments als zentrales Thema behandelt. Özcan bewertete den Vorstoß als eine der bedeutendsten Entwicklungen für die heimische Tourismuswirtschaft. Die Wiederzulassung der Plattformen werde die internationale Sichtbarkeit sowie die Erreichbarkeit des Reiseziels Türkei spürbar erhöhen.
Digitalisierung verändert Reiseverhalten grundlegend
Özcan verwies im Rahmen der Sitzung auf den tiefgreifenden Wandel der Branche. Dienstreisen und Urlaube würden zunehmend durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz beeinflusst. Standardisierte Pauschalreisen verlieren an Bedeutung, während personalisierte, erlebnisorientierte Aufenthalte in den Vordergrund rücken. Reisende handelten heute nicht mehr allein preisgetrieben, sondern achteten vielmehr auf die Aufenthaltsqualität, die digitale Verfügbarkeit, die Nutzererfahrung und die authentische Anziehungskraft einer Destination. KI-gestützte Planungswerkzeuge und Online-Reservierungssysteme machen die Reiseorganisation schneller und individueller.
Finanzspritze für die Tourismuswerbung
Ein weiterer zentraler Punkt der Neuregelung betrifft die Finanzierung der Türkei Tourismus- und Entwicklungsagentur (TGA). Demnach werden die digitalen Buchungsplattformen verpflichtet, einen Tourismusbeitrag in Höhe von 0,05 Promille ihres Umsatzes an die TGA abzuführen. Zudem wird eine rechtliche Vertretung der Unternehmen in der Türkei zur Pflicht.
Verlängerte Devisenstützung entlastet Betriebe
Neben der Digitaloffensive bewertete der Vorstand des ALTİD auch eine weitere wirtschaftspolitische Maßnahme positiv. Eine im Amtsblatt veröffentlichte Entscheidung verlängert die bestehende Unterstützung bei der Umwandlung von Devisen bis zum 31. Januar 2027. Die Fortführung der dreiprozentigen Devisenumwandlungsprämie werde laut Özcan die finanzielle Nachhaltigkeit der Tourismusbetriebe stärken, die Finanzierungslast mindern und das Liquiditätsmanagement der Unternehmen unterstützen.