Im südosttürkischen Kahramanmaraş hat ein 14-jähriger Schüler an seiner eigenen Schule ein verheerendes Blutbad angerichtet. Der Achtklässler İsa Aras Mersinli betrat am Mittwoch mit mehreren Schusswaffen im Rucksack das Schulgebäude und eröffnete wahllos das Feuer auf Mitschüler und Lehrkräfte.
Die Tat ereignete sich zur Mittagszeit in einer Mittelschule im Stadtteil Onikişubat. Zunächst schoss der Jugendliche im Flur auf Personen, die ihm begegneten, anschließend drang er in zwei Klassenzimmer ein und setzte seine Attacke fort. Lehrer versuchten verzweifelt, die Kinder in Sicherheit zu bringen, während einige Schüler in Panik sogar aus den Fenstern sprangen.
Nach Angaben der Behörden wurden bei dem Angriff eine Lehrerin sowie acht Schüler getötet. Mehrere weitere Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Rettungskräfte und Polizei waren schnell vor Ort, evakuierten die Schule vollständig und sicherten das Gelände. Der Täter nahm sich noch am Tatort das Leben.
Vater in Untersuchungshaft
Besonders brisant: Die fünf bei der Tat verwendeten Pistolen waren legal registriert und gehörten dem Vater des Täters, einem Polizeihauptinspektor. Dieser wurde im Zuge der Ermittlungen festgenommen und inzwischen in Untersuchungshaft genommen. Auch die Mutter, die als Lehrerin arbeitet, wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Bei der Auswertung digitaler Geräte des Täters stießen Ermittler auf ein Dokument vom 11. April, in dem er offenbar eine „große Aktion“ ankündigte. Zudem soll er in seinem WhatsApp-Profil Bezug auf einen bekannten US-Attentäter genommen haben, was weitere Fragen zu möglichen Radikalisierungsprozessen aufwirft.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass es bislang keine Hinweise auf eine terroristische Verbindung gebe. Vielmehr deute alles darauf hin, dass es sich um eine Einzeltat handelt. Gleichzeitig wird untersucht, welche Rolle digitale Plattformen und mögliche Einflussfaktoren im Hintergrund gespielt haben könnten.
Nach der Tat wurde der Schulbetrieb in der gesamten Stadt vorübergehend ausgesetzt. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren. Behörden warnen zudem vor der Verbreitung von nicht verifizierten Informationen und kündigten rechtliche Schritte gegen provokative oder irreführende Beiträge in sozialen Netzwerken an.