Berlin: Mutter von Elif Eralp spricht über den Wahlsieg ihrer Tochter

22.09.2026 – 19:00 Uhr

Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus hat die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, nach Angaben ihrer Mutter Hülya Eralp ein historisches Ergebnis erzielt. Nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse sagte die Mutter, sie sei sehr glücklich und stolz auf ihre Tochter. Mit einem so hohen Stimmenanteil habe sie selbst nicht gerechnet. Ihre Freudentränen habe sie nicht zurückhalten können.

Eralp selbst erklärte, sie habe vor der Wahl tagelang aus Aufregung und Neugier nicht schlafen können. Es sei ein sehr schönes Gefühl. Der Erfolg ihrer Tochter habe für Berlin historische Bedeutung. Elif Eralp sagte selbst, sie sei damit in die Geschichte eingegangen. Dass eine Politikerin mit Migrationshintergrund einen solchen Erfolg in der Berliner Geschichte erziele, sei sehr bedeutend. Ein solcher Erfolg in der Hauptstadt sei wirklich eine schöne Sache. Sie hoffe, dass ihre Tochter in jeder Hinsicht eine sehr gute Regierende Bürgermeisterin sein werde.

In einer Familie aufgewachsen, die gegen Rassismus kämpft

Hülya Eralp sagte, das Interesse ihrer Tochter an Politik und Menschenrechten habe sich bereits in deren Kindheit entwickelt. Sie und ihr Ehemann engagieren sich seit ihrer Ankunft in Deutschland gegen Rassismus und unterstützen Migranten. Sie selbst habe jahrelang in einer Migrantenorganisation gearbeitet und sich für die berufliche Qualifizierung von Jugendlichen eingesetzt.

Eralp führte Gespräche mit Arbeitgebern und arbeitete daran, wie eine multikulturelle und mehrsprachige Aus- und Berufsbildung gestaltet werden könne. Auch nach ihrer Pensionierung arbeitet sie weiterhin ehrenamtlich. In ihrem Haus hätten sich stets Migranten, Arbeiter und Menschen, die gegen Rassismus kämpfen, aufgehalten. Sie hätten ihre Tochter nie gelenkt oder ihr gesagt, sie solle Politik machen. Ihre Tochter interessierte sich jedoch seit ihrer Kindheit für die Entwicklungen in ihrem Umfeld und für Politik.

“Seit ihrer Kindheit griff sie bei Ungerechtigkeit ein”

Hülya Eralp sagte, es sei kein Zufall, dass ihre Tochter Juristin geworden sei. Elif sei schon in jungen Jahren sehr sensibel für Gerechtigkeit gewesen. Sie sei ein sehr gerechtigkeitsliebendes Kind gewesen. Schon als Kind habe sie eingegriffen, wenn sie auch nur die geringste Ungerechtigkeit gesehen habe. Alle hätten gesagt, sie werde sicher Juristin und Menschenrechte verteidigen.

Eralp zufolge habe ihre Tochter nach ihrem Jurastudium im Bereich Menschenrechte gearbeitet und sei etwa zehn Jahre lang als Menschenrechtsanwältin im Bundestag tätig gewesen. Später habe sie ein Angebot der Linken angenommen. Nach ihrer Arbeit innerhalb der Partei wurde sie in Berlin als Spitzenkandidatin aufgestellt. Ihre Tochter habe das Angebot einer Kandidatur lange bedacht und die Familie um Rat gefragt. Sie hätten gesagt, dies sei ein historisches Ereignis und sie müsse das Angebot annehmen. Daraufhin habe sie zugestimmt.

Aufruf an Migranten

Hülya Eralp rief Migrantinnen und Migranten in Deutschland dazu auf, ihre Rechte zu verteidigen und gegen Rassismus zu kämpfen. Sie bat sie, ihre Rechte einzufordern und sich niemals zu ergeben. Sie verwies auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt und kritisierte den Erfolg der Alternative für Deutschland (AfD). Migranten müssten sich stärker an politischen Prozessen beteiligen.

Eralp erklärte, in Deutschland nähmen rassistische und faschistische Tendenzen zu. Deutschland habe sich mit seiner Geschichte nicht ausreichend auseinandergesetzt. Dass eine migrantenfeindliche Partei wie die AfD gewählt wird und an die Macht kommt, sei eine große Schande. Sie wünsche sich, dass Migranten ihre Rechte verteidigten, gegen Rassismus Stellung bezögen und Elif unterstützten, damit gemeinsam ein starkes Parlament entstehe.

“Ich habe auch die Kampagne unterstützt”

Hülya Eralp sagte, sie habe den Wahlkampf ihrer Tochter nach ihren Möglichkeiten unterstützt. Sie habe sich um ihre Enkelkinder gekümmert und im Wahlkampf Flugblätter verteilt. Auch bei den Plakaten habe sie geholfen.