Ausweis beim Zigarettenkauf? Türkei plant noch strengere Tabakkontrollen

06.05.2026 – 12:00 Uhr

Erzurum. Die Türkei prüft neue Maßnahmen im Kampf gegen den Tabakkonsum: Künftig könnten Käufer beim Erwerb von Zigaretten ihren Ausweis vorzeigen müssen. Das kündigte Vize-Gesundheitsminister Şuayip Birinci bei einem Medizinkongress an der Atatürk University an.

Als Vorbild dient ein Modell aus Japan, wo Tabakprodukte bereits nur nach Identitätsprüfung verkauft werden. „Ein ähnliches System ziehen wir ebenfalls in Betracht“, erklärte Birinci.

Hintergrund sind steigende Raucherzahlen sowie wachsende wirtschaftliche und gesundheitliche Belastungen. Laut Ministerium liegen die jährlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf bei rund 840 Dollar, während die Kosten pro Raucher im Schnitt über 1.000 Dollar betragen. Hinzu kommen Milliardenkosten durch Tabakkonsum, etwa im Gesundheitswesen oder durch brandschäden.

Besonders besorgniserregend ist laut Behörden die Entwicklung bei Jugendlichen: In Europa haben mehr als die Hälfte der 15- bis 16-Jährigen Zugang zu Zigaretten, und das Einstiegsalter sinkt zunehmend. Auch in der Türkei sei die Lage „alarmierend“.

Zudem seien rund 44 Prozent der Kinder Passivrauch ausgesetzt. Als wirksamstes Mittel gegen den Konsum gelten laut Birinci höhere Preise und Steuern auf Tabakprodukte.

Parallel arbeitet die Regierung an einer umfassenden Reform der Tabakpolitik. Ein Gesetzentwurf sieht unter anderem ein mögliches vollständiges Verkaufsverbot von Tabakprodukten bis 2040 sowie strengere Rauchverbote im öffentlichen Raum vor.