ANTALYA – Der schwere Waldbrand im Bezirk Aksu in der türkischen Provinz Antalya ist auch nach rund 30 Stunden noch nicht unter Kontrolle. Nachdem die Einsatzkräfte die Intensität des Feuers tagsüber zunächst deutlich verringern konnten, fachte starker Wind die Flammen am Abend erneut an. In mehreren Ortsteilen griff das Feuer auf Häuser über.
Der Brand war am Vortag gegen 16 Uhr im Gebiet Karaöz ausgebrochen. Im Laufe des Tages konnte die Feuerenergie zwar reduziert werden, doch mit auffrischendem Wind breiteten sich die Flammen erneut aus und durchbrachen an mehreren Stellen Brandschutzlinien.

Besonders betroffen waren die Ortsteile Karaöz und Yeşilkaraman. Mehrere Häuser, Gewächshäuser und Ställe wurden durch die Flammen beschädigt. In Karaöz brannte ein Haus vollständig aus. Bewohner, deren Häuser und Ställe zerstört oder beschädigt wurden, reagierten teils unter Tränen auf die Schäden.
Löscharbeiten gehen die ganze Nacht weiter
Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Einsatzkräfte den Einsatz aus der Luft zunächst unterbrechen. Hubschrauber und Löschflugzeuge sollen bei Tagesanbruch wieder eingesetzt werden. Am Boden gehen die Löscharbeiten unterdessen die ganze Nacht weiter.
Da ein schwer zugänglicher Brandherd an einem Hang von den Einsatzfahrzeugen nicht erreicht werden konnte, setzten die Einsatzkräfte eine Betonpumpe ein, um das Feuer vom Straßenrand aus zu bekämpfen. Auch TOMA-Wasserwerfer unterstützen die Löscharbeiten.
Die spektakulären Flammen, die den Nachthimmel erhellten, wurden zudem von einer Drohne aufgenommen.
Hauptverkehrsstraße gesperrt
Wegen des Brandes wurde die Fernstraße zwischen Antalya und Isparta für den Verkehr gesperrt. Der Verkehr wird über eine Nebenstrecke umgeleitet.
Um die Tiere aus den gefährdeten Stallungen zu schützen, wurden Rinder aus dem betroffenen Gebiet auf einem eingezäunten Fußballplatz untergebracht.
In Yeşilkaraman mussten mehrere Häuser evakuiert werden. Einige der verlassenen Häuser wurden anschließend von den Flammen erfasst. Auch Gewächshäuser und Ställe wurden beschädigt.
Gouverneur: „Derzeit deutlich weniger Gefahr für die Siedlungen“
Antalyas Gouverneur Hulusi Şahin erklärte bei einem Besuch im Brandgebiet, der Wind habe das Feuer am Abend erneut angefacht. Die Flammen hätten an mehreren Stellen die von den Forstbehörden errichteten Brandschutzlinien überwunden und sich in Richtung Karaöz und Yeşilkaraman ausgebreitet.
Die Einsatzkräfte hätten jedoch einen Großteil der Häuser schützen können. „Die Gefahr für die Siedlungsgebiete ist derzeit deutlich zurückgegangen“, sagte Şahin. Zudem habe der Wind inzwischen etwas nachgelassen, was die Löscharbeiten erleichtere.
Die Einsatzkräfte wollen die Wetterbedingungen nutzen und den Brand weiter aus der Luft und vom Boden aus bekämpfen. Bei Tagesanbruch soll der Luftangriff auf die Flammen wieder aufgenommen werden.
Auch Brand bei Kumluca
Parallel dazu brach im Bezirk Kumluca ein weiterer größerer Waldbrand aus. Nach Angaben von Gouverneur Şahin konnte dessen Intensität inzwischen reduziert werden. Rund zehn Häuser wurden beschädigt, derzeit bestehe jedoch keine unmittelbare Gefahr mehr für bewohnte Gebiete.

Auch in mehreren weiteren Bezirken der Provinz wurden kleinere Brände gemeldet. Nach Angaben der Behörden konnten diese jedoch eingedämmt werden.
Die Löscharbeiten in Aksu und Kumluca dauern an.