Antalya nutzt Tourismuswoche für Naturwanderung mit internationalen Studierenden

24.04.2026 – 9:00 Uhr

Im Rahmen der türkischen Tourismuswoche hat die Stadtverwaltung von Antalya eine besondere Schnittstelle zwischen Bildung, Natur und Marketing geschaffen. Bei einer geführten Wanderung auf dem neu kartierten Yeşilçam-Wander- und Radweg brachte die Kommune internationale Studierende der Akdeniz-Universität mit einheimischen Naturfreunden zusammen. Ziel der Aktion war es, das Bewusstsein für alternativen Tourismus jenseits der bekannten Strände zu schärfen und die Studierenden als Multiplikatoren zu gewinnen.

Die Route führte die Gruppe durch den sogenannten Keloğlan-Parcours im Gebiet Çakırlar im Landkreis Konyaaltı. Unter der fachkundigen Leitung von professionellen Guides des Toroslar-Natursportvereins (TODOSK) erkundeten die Teilnehmer einen Abschnitt des Weges, dessen Routenplanung kürzlich durch die Großstadtkommune abgeschlossen wurde.

Während des Marsches stand nicht die körperliche Herausforderung, sondern die Wahrnehmung der lokalen Flora und Fauna im Vordergrund. Die Organisatoren betonten dabei einen strategischen Nebeneffekt: Die ausländischen Gäste, die für ihr Studium in der türkischen Mittelmeermetropole leben, sollen die Region nicht nur konsumieren, sondern auch kommunizieren.

„Gratis-Marketing” über soziale Netzwerke

Selma Gençel, Leiterin der Tourismusabteilung der Stadtverwaltung, unterstrich die Absicht hinter der Einladungspolitik. Antalya sei weit mehr als das Klischee aus Sand, Sonne und Meer. „Die Stadt verfügt über einzigartige Wälder, endemische Pflanzen und eine reiche Tierwelt. Wenn die internationalen Studierenden diese Eindrücke in ihren sozialen Medien teilen, leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zur Imagepflege“, erklärte Gençel. Sie bezeichnete die jungen Erwachsenen als „freiwillige Tourismusbotschafter“, die nach ihrer Rückkehr in die Heimatländer authentische Erlebnisse jenseits von Hotelanlagen vermitteln.

Diese Einschätzung teilte auch Ahmed Hassan, der Vorsitzende der Studentengemeinschaft AfroAntalya. Er hob den integrativen Charakter der Veranstaltung hervor: „Es war eine wertvolle Gelegenheit, bei der verschiedene Kulturen durch ein gemeinsames Erlebnis zusammengefunden haben. Solche Aktivitäten fördern die Kommunikation und helfen uns Studierenden, über den Campus hinaus in der Stadtgesellschaft anzukommen.“

Zwischen Mohnblüten und Pinien: Ein Spaziergang für das Stadtimage

Die Resonanz der Teilnehmer fiel durchweg positiv aus. Der einheimische Teilnehmer Hasan Polat beschrieb die Stimmung als sinnbildlich für den Frühling: „So wie die Natur gerade in allen Farben explodiert, haben sich hier Menschen jeden Alters und jeder Herkunft vermischt.“ Die Wanderung diente somit nicht nur der körperlichen Ertüchtigung, sondern war auch ein gezieltes Instrument der sanften Stadtvermarktung, das auf die Mundpropaganda einer internationalen Community setzt.

Die Großstadtkommune kündigte an, das Potenzial der neu erschlossenen Wege auch künftig für ähnliche Formate nutzen zu wollen, um Antalyas Hinterland stärker ins Bewusstsein von Gästen und temporären Bewohner:innen zu rücken.