Antalya: Mann nach mutmaßlichem Suizidversuch gerettet – Französische Touristin harrt drei Stunden an seiner Seite aus

02.09.2026 – 10:00 Uhr

ANTALYA – Nach einem mutmaßlichen Suizidversuch in der türkischen Urlaubsmetropole Antalya haben Polizei und Rettungskräfte einen 33-jährigen Mann nach einem längeren Einsatz in Sicherheit gebracht. Eine französische Touristin, die den Vorfall beobachtet hatte, blieb rund drei Stunden vor Ort, bis der Mann von den Einsatzkräften überzeugt werden konnte, seine gefährliche Position zu verlassen.

Der Vorfall ereignete sich am Montag gegen 14 Uhr am Kadınyarı-Canyon an der Cumhuriyet Caddesi im Stadtbezirk Muratpaşa. Nach Angaben türkischer Medien überquerte der 33-jährige Kemal U. die Metallabsperrung am Rand des Canyons und begab sich auf die dahinterliegende Seite. Die Absperrung befindet sich in einer Höhe von rund 30 Metern über dem Boden.

Passanten verständigten daraufhin die Einsatzkräfte. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst wurden zum Ort des Geschehens geschickt. Die Polizei sperrte den Bereich ab und traf Sicherheitsvorkehrungen, während ein speziell geschulter Verhandler gemeinsam mit weiteren Beamten versuchte, den Mann dazu zu bewegen, die Absperrung wieder zu verlassen.

Während des Einsatzes versammelten sich zahlreiche Menschen in der Umgebung und beobachteten die Situation. Die Einsatzkräfte setzten ihre Gespräche mit dem Mann fort, um ihn davon abzuhalten, in die Tiefe zu springen.

Französische Touristin bleibt vor Ort

Auch eine französische Touristin namens Nadia wurde Zeugin des Vorfalls. Sie war zum Zeitpunkt des Geschehens an dem Canyon vorbeigekommen. Nach eigenen Angaben war sie eine der ersten Personen, die den Mann bemerkten.

Die Situation beschäftigte die Touristin so sehr, dass sie beschloss, den Ort nicht zu verlassen, bevor der Mann in Sicherheit gebracht worden war. Sie setzte sich auf eine Treppe unmittelbar neben dem Canyon und wartete dort rund drei Stunden.

Zwischendurch winkte Nadia dem Mann zu und versuchte, mit ihm zu sprechen. Sie habe ihm ihre Hilfe angeboten, erklärte sie. Der Mann habe jedoch nicht auf die Gesprächsversuche reagieren wollen.

„Ich warte hier, bis alles gut ausgeht“, sagte die Touristin. Sie sei von der Situation betroffen und wolle nicht einfach in ihr Hotel zurückkehren, ohne zu wissen, was mit dem Mann geschehe.

Sie habe den Eindruck gehabt, dass der Mann sich das Leben nehmen wolle. Deshalb habe sie beschlossen zu bleiben. „Ich möchte einfach wissen, was mit diesem Mann passieren wird. Diese Situation macht mich sehr traurig“, sagte Nadia. Viele Menschen versuchten bereits, dem Mann zu helfen.

Die Französin erklärte weiter, sie habe selbst versucht, mit dem Mann zu sprechen und ihm Unterstützung anzubieten. Er habe jedoch auf niemanden hören wollen. Sie hoffe, dass sich sein Zustand stabilisiere und er anschließend professionelle psychologische oder psychiatrische Hilfe erhalte.

Einsatz nach drei Stunden erfolgreich

Nach rund drei Stunden intensiver Gespräche gelang es den Polizeikräften und dem Verhandler schließlich, den Mann davon zu überzeugen, seine Position zu verlassen. Kemal U. wurde von den Einsatzkräften aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Als die französische Touristin sah, dass der Mann sicher heruntergebracht worden war, ging sie zu ihm und erkundigte sich nach seinem Zustand.

Der 33-Jährige wurde anschließend zur medizinischen Kontrolle an die Rettungskräfte übergeben und mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht. Angaben zu seinem weiteren Zustand lagen zunächst nicht vor.