Vertreter aus 21 Ländern haben am 4. Oktober in Antalya eine gemeinsame Erklärung zur friedlichen und nachhaltigen Nutzung des Weltraums verabschiedet. Der türkische Minister für Industrie und Technologie, Mehmet Fatih Kacır, gab die Annahme der sogenannten „Antalya-Erklärung” bekannt.
Laut Kacır wurde der Text von 32 Ministern, Parlamentariern sowie Leiterinnen und Leitern von Weltraumorganisationen auf einem Treffen im Vorfeld des 77. Internationalen Astronautischen Kongresses (IAC) gebilligt. Es handele sich um die erste gemeinsame Erklärung, die bei einem Minister- und Parlamentariertreffen des Kongresses verabschiedet wurde.
Die Türkei habe die Erklärung initiiert und in Abstimmung mit der International Astronautical Federation (IAF) sowie internationalen Partnern vorbereitet. Er rief weitere Länder und internationale Organisationen dazu auf, das Dokument zu unterzeichnen.
An dem Treffen nahmen Vertreter aus 38 Ländern teil. Themen waren unter anderem Weltraumrecht, Erkundungsmissionen, eine stärkere Beteiligung von Entwicklungsländern sowie eine nachhaltige Weltraumwirtschaft.
„Fortschritte im Weltraum sind nur dann bedeutsam, wenn sie konkreten Nutzen für die Menschen auf der Erde bringen”, sagte Kacır. Er wies auf die Bedeutung von Weltraumtechnologien für das tägliche Leben, die Wirtschaft und das Katastrophenmanagement hin.
Kacır betonte zudem die wachsende Rolle privater Unternehmen und Start-ups. Für Innovationen sei öffentliche Unterstützung, langfristige Finanzierung und verlässliche Regulierungen erforderlich.
In den Technologieparks der Türkei sind seinen Angaben zufolge mehr als 300 Unternehmen im Bereich Weltraumtechnologien tätig. Zudem hätten die Arbeiten für einen eigenen Weltraumtechnologiepark in Ankara begonnen.
Laut Kacır plant die Türkei, ihr erstes Mondfahrzeug Anfang 2027 zu starten. Die Sonde soll zu mehr als 80 Prozent aus heimischer Produktion stammen und ein in der Türkei entwickeltes Hybridantriebssystem nutzen.
Der Kongress findet vom 5. bis 9. Oktober in Antalya statt. Er wird von der IAF organisiert, von der Türkischen Weltraumagentur ausgerichtet und von SAHA Istanbul mitveranstaltet.