SINOP / ODESSA – Ein mit der Türkei verbundenes Frachtschiff ist laut ukrainischen Behörden im Schwarzen Meer von einer Drohne getroffen worden. Zudem wurden vor der türkischen Schwarzmeerküste drei Öltanker Ziel weiterer Angriffe.
Die ukrainische Marine erklärte am 29. Mai über Telegram, dass die Russische Föderation einen gezielten Angriff auf ein türkisches Schiff durchgeführt habe. Das unter der Flagge von Vanuatu fahrende Frachtschiff war von Odessa in Richtung Türkei unterwegs, als es getroffen wurde. Dabei brach ein Feuer an Bord aus, zwei Besatzungsmitglieder wurden verletzt.
Ersten Einschätzungen zufolge wurden mehrere Bereiche des Schiffes beschädigt. Rettungs- und Einsatzkräfte wurden aufgrund der Brandgefahr in das Gebiet entsandt.
Bereits am 28. Mai hatte die Reederei Tribeca berichtet, dass drei Tanker vor der Provinz Sinop an der türkischen Schwarzmeerküste von Drohnen angegriffen worden seien.
Der unter der Flagge Palaus fahrende Tanker James II befand sich ohne Ladung rund 80 Kilometer nördlich des Bezirks Türkeli in der Provinz Sinop, als er attackiert wurde.
Zwei weitere leere Tanker – die unter der Flagge Sierra Leones fahrenden Schiffe Altura und Velora – wurden ebenfalls getroffen, während sie in einem nahegelegenen Gebiet sogenannte Ship-to-Ship-Operationen durchführten.
Die türkische Küstenwache entsandte Schiffe zur Unterstützung. Nach Angaben der Behörden blieben die Besatzungen aller drei Tanker unverletzt.
Bislang hat keine Gruppe die Verantwortung für die Angriffe übernommen. Türkische Behörden veröffentlichten zu dem Vorfall vom 28. Mai bisher keine offizielle Stellungnahme.
Die Altura war bereits am 26. März im Schwarzen Meer Ziel eines Angriffs geworden. Damals erklärte der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Öncü Keçeli, die Türkei sei „zutiefst besorgt“ über den Angriff auf den von der Türkei betriebenen Tanker. Er bezeichnete den Vorfall als Verstoß gegen internationales Recht sowie als Gefahr für Schifffahrt, Menschenleben, Eigentum und Umweltsicherheit.