In der westtürkischen Metropole Izmir verbindet eine 24-jährige Studentin der Elektrotechnik und Elektronik moderne Ingenieurstechnik mit Landwirtschaft: Mit einem selbst entwickelten, KI-gestützten Automationssystem hat sie ein tropisches Gewächshaus digitalisiert und die Kontrolle über Ertrag und Pflanzenzustand deutlich verbessert.
Auf einem rund 16.000 Quadratmeter großen Gelände bewirtschaftet die Studentin exotische Nutzpflanzen wie Drachenfrucht, Passionsfrucht, Mango und Avocado. Ihr Ansatz: Mithilfe von Sensordaten und künstlicher Intelligenz sollen typische Probleme im Gewächshausbetrieb frühzeitig erkannt werden, beispielsweise Wurzelfäule, Pilzbefall oder plötzliche Veränderungen des pH-Werts.

Nach eigenen Angaben analysiert das System kontinuierlich Umwelt- und Pflanzendaten und bewertet potenzielle Risiken mithilfe eines Farbschemas: Während Gelb ein geringes Risiko signalisiert, weist Rot auf akuten Handlungsbedarf hin. Während Rot auf akuten Handlungsbedarf hinweist, signalisiert Gelb ein geringeres Risiko. Die Auswertung erfolgt automatisiert und der Zugriff ist auch aus der Ferne möglich.
Ein zentrales Element der Entwicklung ist die Bildverarbeitung. Dabei werden Fotos von Pflanzenblättern analysiert, um selbst kleinste Farbveränderungen oder Anzeichen von Trocknung zu erkennen. Auf dieser Grundlage lassen sich mögliche Krankheiten früh diagnostizieren. Die Entwicklerin beziffert die Trefferquote des Systems auf rund 90 Prozent.
Die Idee für das Projekt entstand ursprünglich aus persönlichem Interesse an gesunder Ernährung. Daraus entwickelte sich zunächst eine unternehmerische Tätigkeit, die schließlich in den Aufbau des Gewächshauses mündete. Parallel dazu integrierte die Studentin ihr technisches Know-how in die landwirtschaftliche Praxis.
Ihren Beobachtungen zufolge steigt insbesondere die Nachfrage nach tropischen Früchten mit niedrigem glykämischen Index. Diese gelten als ernährungsphysiologisch vorteilhaft, da sie den Blutzuckerspiegel weniger stark beeinflussen. Auch in der Türkei hat sich der Markt gewandelt. Das Land entwickelt sich zunehmend vom Importeur zum Exporteur entsprechender Produkte.