In der Türkei sind im vergangenen Jahr insgesamt 3.224 Waldbrände registriert worden. Ein großer Teil davon geht auf menschliche Ursachen zurück. Nach Angaben der Generaldirektion für Forstwirtschaft entstanden 1.933 Brände durch Fahrlässigkeit, Unachtsamkeit, Vorsatz oder Unfälle.
Die Waldflächen des Landes umfassen rund 23,3 Millionen Hektar und bedecken etwa 30 Prozent der Gesamtfläche. Mehr als 60 Prozent dieser Gebiete gelten aufgrund des mediterranen Klimas als besonders brandgefährdet.
Zehntausende Hektar zerstört
Durch die Brände wurden insgesamt 81.473 Hektar Waldfläche beschädigt. Allein die durch menschliches Fehlverhalten verursachten Feuer vernichteten über 43.500 Hektar. Den größten Anteil machten dabei Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit aus: 1.331 Brände zerstörten mehr als 17.500 Hektar Wald.
Hinzu kommen 160 vorsätzlich gelegte Brände mit einer betroffenen Fläche von rund 3.545 Hektar sowie 442 durch Unfälle verursachte Feuer, die über 22.500 Hektar verwüsteten.
Viele Ursachen bleiben ungeklärt
Auffällig ist auch die hohe Zahl ungeklärter Fälle: 1.012 Brände, also über 30 Prozent, konnten keiner eindeutigen Ursache zugeordnet werden. Diese zerstörten rund 37.600 Hektar Wald.
Blitzeinschläge spielten hingegen eine vergleichsweise geringe Rolle: 279 Brände gingen darauf zurück und betrafen lediglich rund 269 Hektar.
Regionale Unterschiede deutlich
Die meisten Brände wurden in der Region Izmir registriert, während die größten Flächenschäden in der Region Bursa entstanden. Dort verbrannten bei 129 Bränden fast 17.000 Hektar Wald – mehr als in jeder anderen Region des Landes.
Zahlreiche Verstöße gegen Forstgesetze
Parallel zu den Bränden wurden landesweit 15.452 Forstdelikte erfasst. Dazu zählen unter anderem illegales Abholzen, unerlaubter Transport von Holz, Besetzung von Waldflächen sowie nicht genehmigte Nutzung.
Die Zahlen zeigen deutlich: Der Schutz der Wälder bleibt eine der größten Herausforderungen – insbesondere, weil ein erheblicher Teil der Brände auf menschliches Verhalten zurückzuführen ist.