Istanbul – Nach einem weiteren Brand eines Elektro-SUVs vom Typ Skywell ET5 in Istanbul ist die Zahl der in der Türkei gemeldeten Brandfälle mit diesem Modell innerhalb von sechs Monaten auf acht gestiegen.
Der aus China importierte Elektro-SUV wurde auf dem türkischen Markt bislang mehr als 3000-mal verkauft. Der jüngste Brand ereignete sich am 10. August in Istanbul.
Der türkische Skywell-Vertrieb Ulu Motor erklärte, Untersuchungen früherer Fälle hätten bei vier betroffenen Fahrzeugen erhebliche Schäden am Unterboden und an den Hauptbatterien festgestellt. In einem weiteren Fall seien Karosserie-, Reparatur- und Lackierarbeiten durchgeführt worden, ohne die Hauptbatterie auszubauen. Zudem sei der Ort für derartige Arbeiten nach Angaben des Unternehmens nicht geeignet gewesen.
Ulu Motor teilte außerdem mit, dass bei fünf der von Bränden betroffenen Fahrzeuge eine Software installiert gewesen sei, die nicht für die Bedingungen des türkischen Marktes geeignet sei. Beim jüngsten Brand werde derzeit geprüft, ob möglicherweise nicht autorisierte Veränderungen an der Software vorgenommen worden seien.
Einige Besitzer der betroffenen Fahrzeuge widersprechen dieser Darstellung jedoch. Sie werfen dem Vertrieb unter anderem einen unzureichenden Kundendienst vor. Hintergrund sind auch neue türkische Vorschriften für importierte Elektrofahrzeuge aus China, die dazu geführt haben, dass der Verkauf neuer Skywell-ET5-Fahrzeuge in der Türkei ausgesetzt wurde.
Ein Halter, dessen Fahrzeug zuletzt durch einen Brand beschädigt wurde, erklärte, sein Auto sei ausschließlich im autorisierten Servicenetz gewartet worden. Vor einer Urlaubsreise habe es eine reguläre Wartung erhalten. Nicht autorisierte Software sei nach seinen Angaben nicht installiert worden. Auch Schäden an der Batterie oder am Unterboden seien ihm nicht bekannt gewesen.
Der Besitzer erklärte zudem, Käufern seien beim Erwerb des Fahrzeugs regelmäßige Software-Updates zugesagt worden. Mehrere softwarebezogene Probleme seien jedoch weiterhin ungelöst. Einige Besitzer suchten deshalb nach eigenen Lösungen, weil sie ihre Anliegen vom Hersteller beziehungsweise Vertrieb nicht ausreichend berücksichtigt sähen.
Nach türkischem Recht können Hersteller oder Importeure Fahrzeuge freiwillig zurückrufen. Auch die zuständigen Behörden können einen Rückruf verlangen, wenn andere Maßnahmen zur Beseitigung eines Sicherheitsrisikos nicht ausreichen.
Damit richtet sich der Blick nun auf die Frage, ob eine umfassende technische Untersuchung aller in der Türkei befindlichen Skywell ET5 eingeleitet wird und ob ein offizieller Rückruf des Modells in Betracht gezogen werden könnte.