77 Unfälle pro Stunde, täglich sieben Tote: Türkische Unfallstatistik legt dramatische Details offen

17.01.2026 – 8:00 Uhr

Im vergangenen Jahr hat der Straßenverkehr in der Türkei erneut eine hohe Zahl an Opfern gefordert. Laut offiziellen Angaben ereigneten sich landesweit im Durchschnitt rund 77 Verkehrsunfälle pro Stunde. Dabei verloren pro Tag etwa sieben Menschen noch am Unfallort ihr Leben.

Insgesamt wurden 676.706 Verkehrsunfälle registriert, wie aus Daten der Verkehrsabteilung der türkischen Polizeidirektion hervorgeht. Davon waren 2.166 Unfälle tödlich, bei mehr als 286.000 Unfällen gab es Verletzte. Die Zahl der Todesopfer belief sich auf 2.541, weitere 407.352 Menschen wurden verletzt. Zusätzlich wurden rund 388.000 Unfälle mit reinem Sachschaden gezählt.

Besonders häufig kam es bei schweren Unfällen zu seitlichen Kollisionen. Mit knapp 100.000 Fällen machten diese den größten Anteil aus. Es folgten Unfälle, bei denen sich Fahrzeuge überschlugen oder von der Fahrbahn abkamen, Zusammenstöße mit Fußgängern sowie Auffahrunfälle. In den meisten Fällen waren ein oder zwei Fahrzeuge beteiligt; Mehrfachkollisionen traten vergleichsweise selten auf.

Laut Statistik gelten Fehler der Fahrzeugführer als Hauptursache für Unfälle mit Todesfolge oder Verletzten. Mehr als 300.000 solcher Unfälle gingen im vergangenen Jahr auf Fahrfehler zurück. Deutlich seltener waren Vergehen von Fußgängern, technische Mängel an Fahrzeugen oder Probleme mit der Straßeninfrastruktur ausschlaggebend.

An erster Stelle der registrierten Fahrfehler steht eine nicht angepasste Geschwindigkeit, beispielsweise bei ungünstigen Wetter-, Straßen- oder Verkehrsverhältnissen. Häufig kamen auch Vorfahrtsverstöße an Kreuzungen, Fehler beim Spurwechsel sowie Missachtungen von Abbiege- und Überholverboten vor. Alkohol am Steuer spielte im Vergleich dazu eine geringere, aber weiterhin relevante Rolle.

In die schweren Unfälle waren vor allem Autos, Motorräder und Kleintransporter verwickelt. Auffällig hoch war auch die Zahl der beteiligten Motorräder und motorisierten Zweiräder.

Parallel dazu intensivierten die Behörden ihre Kontrollen. Millionen Verkehrsverstöße wurden geahndet, Hunderttausende Führerscheine vorübergehend entzogen und fast 1,8 Millionen Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Zudem wurden Unfallaufnahmen aus verschiedenen Städten veröffentlicht, die von Überwachungskameras stammen. Sie sollen auf typische Verkehrsverstöße aufmerksam machen und zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr beitragen.