70 Dörfer in der Türkei haben höchstens zehn Einwohner

13.02.2026 – 8:00 Uhr

Ankara – In der Türkei leben in 70 Dörfern jeweils zehn oder weniger Menschen. Das geht aus aktuellen Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) hervor und verdeutlicht die anhaltende Abwanderung aus ländlichen Gebieten – trotz weiter wachsender Gesamtbevölkerung.

Den Zahlen zufolge wuchs die Bevölkerung der Türkei im Jahr 2025 um 427.224 Personen auf knapp 86,1 Millionen Einwohner. Davon sind 80,56 Millionen in Provinz- und Bezirkszentren gemeldet. Der Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung stieg damit auf 93,6 Prozent.

Im Gegensatz dazu sank der Anteil der Menschen, die in Kleinstädten und Dörfern außerhalb der 30 Metropolprovinzen leben, von 6,6 Prozent auf 6,4 Prozent. Die Landbevölkerung ging im Jahresvergleich um rund 2,1 Prozent zurück und fiel auf 5,54 Millionen.

Die Daten zeigen erhebliche Unterschiede zwischen den Dörfern: Während landesweit 456 Dörfer mehr als 1.000 Einwohner zählen, leben in 70 Dörfern höchstens zehn Menschen.

In drei osttürkischen Dörfern – Kayalıbağ (Provinz Bitlis), Çattepe (Siirt) und Tarlabaşı (Iğdır) – ist jeweils nur noch eine Person offiziell gemeldet.

Weitere Dörfer mit nur zwei oder drei Einwohnern befinden sich unter anderem in der osttürkischen Provinz Bingöl (Akımlı und Maltepe), in Hakkari (Dilekli) sowie in der westtürkischen Provinz Kütahya (Kalfalar).

Am anderen Ende der Skala steht das Dorf İpekli im Zentrum der Provinz Adıyaman, das mit 6.681 Einwohnern als bevölkerungsreichstes Dorf der Türkei gilt. Es folgen Karacaören in der nordwestlichen Provinz Çanakkale mit 6.668 Einwohnern und Taşpınar (Adıyaman) mit 6.268 Einwohnern.