56 Tage nach dem Schiffsunglück im Marmarameer haben Suchmannschaften vor der Küste des Istanbuler Bezirks Silivri eine männliche Leiche entdeckt. Ob es sich um eines der neun noch vermissten Besatzungsmitglieder des gesunkenen Frachters „Tuğberk İmamoğlu“ handelt, ist bislang nicht bekannt.
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass das Institut für Rechtsmedizin die Identität des Mannes sowie die Todesursache feststellen soll. Auch eine mögliche Verbindung zur Schiffsbesatzung soll geklärt werden.
Der Frachter war am 2. September gegen 3 Uhr morgens mit dem Tanker „ALSU“ zusammengestoßen und anschließend gesunken. An Bord der „Tuğberk İmamoğlu“ befanden sich zehn Besatzungsmitglieder. Das Schiff hatte 4.199 Tonnen Stahlcoils geladen und war vom südtürkischen İskenderun in Richtung des Schwarzmeerhafens Karadeniz Ereğli unterwegs. Der Tanker fuhr von Kocaeli im Nordwesten der Türkei nach Aliağa im Westen des Landes.
Die Marine ortete das Wrack bereits am 4. September mit dem Schiff TCG Akın in rund 720 Metern Tiefe. Am 14. September war die Leiche von Kapitän Yaşar Kayhan etwa fünf Kilometer von der Unglücksstelle entfernt gefunden worden. Einen Tag später wurde seine Identität bestätigt. Neun Besatzungsmitglieder gelten weiterhin als vermisst.
Im Zusammenhang mit dem Unglück wurden der Kapitän der „ALSU“, Ahmet Erarslan, und der dritte Offizier Murat Evciman am 3. September in Untersuchungshaft genommen. Ein vorläufiger Bericht verwies auf Versäumnisse bei der Überwachung und bei der Vermeidung der Kollision. Gegen vier weitere Verdächtige wurden gerichtliche Auflagen verhängt.