ANKARA – Die türkischen Behörden haben im Rahmen einer landesweiten Offensive gegen illegale Online-Wetten in diesem Jahr bereits mehr als 47.000 Internetseiten blockiert.
Nach Angaben aus dem Innenministerium überwachen die Cybercrime-Einheiten von Polizei und Gendarmerie rund um die Uhr verdächtige Aktivitäten im Internet und auf sozialen Medien. Dabei kommen sogenannte „Cyber-Patrouillen“ zum Einsatz, die illegale Wettplattformen, Werbekonten sowie digitale Spuren zu deren Zahlungsstrukturen verfolgen.
Gegen Betreiber und Nutzer von Angeboten, die mit illegalem Glücksspiel in Verbindung stehen, werden strafrechtliche und administrative Maßnahmen eingeleitet. Seit Jahresbeginn führten die Sicherheitsbehörden insgesamt 680 Einsätze gegen illegale Wettaktivitäten durch.
Im Fokus der Ermittler stehen nicht nur die Betreiber der Plattformen, sondern auch deren Unterstützer und Personen, die den Geldfluss organisieren. Untersucht werden unter anderem Bankkonten, elektronische Zahlungssysteme und Kryptowährungs-Wallets, die zur Finanzierung illegaler Wettangebote genutzt werden.
Auch im Vorfeld des WM-Finales verstärkten die Behörden ihre Maßnahmen. Justizminister Akın Gürlek erklärte, dass mehr als 6.000 Bankkonten identifiziert worden seien, die mit illegalen Wettgeschäften in Verbindung stehen. Um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen, seien entsprechende Meldungen an Banken vorbereitet worden, damit die Konten unmittelbar eingefroren werden konnten.
Die türkische Regierung will mit den Maßnahmen insbesondere organisierte Strukturen hinter Online-Wetten treffen und den Einsatz illegaler Zahlungswege unterbinden.