ÇANAKKALE – Der professionelle Tauchlehrer Mazlum Kibar hat den Guinness-Weltrekord für den längsten Kaltwassertauchgang gebrochen: 36 Stunden, 9 Minuten und 36 Sekunden hielt er sich unter Wasser. Der Rekordversuch war der Erinnerung an den Çanakkale-Seesieg und den Märtyrertag am 18. März gewidmet.

Kibar startete seinen Tauchgang am Mimoza-Strand in Anzac Cove auf der historischen Halbinsel Gallipoli in 12 Grad Celsius kaltem Wasser. Ziel war es, den bisherigen Rekord des Norwegers Nils-Roar Selnes von 15 Stunden und 10 Minuten sowie den später von dem Türken Cem Karabay auf 30 Stunden und 20 Minuten erweiterten Rekord zu übertreffen.
Der Profi tauchte konstant in sieben Metern Tiefe. Während des Tauchgangs nahm er zeitweise seine Maske ab, um sich über intravenöse Flüssigkeiten zu ernähren, und erhielt Salzlösungen mit Wasser und Soda, um hydriert zu bleiben. Regelmäßige Massagen sorgten dafür, dass die Durchblutung in der kalten Umgebung aufrechterhalten blieb. Die Kommunikation mit dem Team an der Oberfläche erfolgte über Notizen auf Brettern am Meeresboden.
Familie, Freunde und das technische Team warteten während des gesamten Versuchs gespannt am Ufer. Guinness-Weltrekordrichter Richard Williams reiste eigens aus Portugal an, um den Versuch zu überwachen.
Kibars Vater Halit Kibar berichtete von großer Sorge während des Tauchgangs: „Ich war sehr besorgt, als mein Sohn ins Wasser ging, und die Sorge wuchs die ganze Nacht. Zum Glück bin ich jetzt stolz. Er und seine Freunde haben hart gearbeitet und ein Ziel gesetzt. Zum Glück haben sie es erreicht.“ Dass der Rekordversuch mit dem Jahrestag des Çanakkale-Siegs zusammenfiel, machte die Leistung für die Familie besonders bedeutsam.
Nach Abschluss des Tauchgangs kehrte Kibar mit dem Boot ans Ufer zurück, wo ihn sein Team mit türkischen Flaggen und Fackeln begrüßte. Kibar betonte, dass der Rekord das Ergebnis gemeinsamer Anstrengung sei.
Nach der offiziellen Bestätigung durch den Guinness-Richter wurde Kibar medizinisch untersucht.