Ein Dönerverkauf im berühmten Großen Basar in Istanbul hat ein behördliches Nachspiel. Nachdem Bilder eines mit 3.000 Türkischen Lira (rund 55 Euro) ausgezeichneten Döners in den sozialen Medien für Empörung gesorgt hatten, schaltete das türkische Handelsministerium umgehend seine Kontrolleure ein.
Bei einer gemeinsamen Inspektion der Istanbuler Handelsdirektion und der Stadtverwaltung Fatih bestätigte sich der Verdacht auf Wucher. Die Prüfer stellten fest, dass der gastronomische Betrieb eine Portion von 100 Gramm Dönerfleisch für 600 TL zum Verkauf anbot. Angesichts dieser Preispolitik leiteten die Beamten umgehend Schritte ein. Für vier Produkte des Unternehmens wurden Protokolle wegen des Verdachts auf unangemessene Preissteigerungen angefertigt.
Die gesammelten Beweismittel und Unterlagen werden nun an den nationalen Bewertungsausschuss für ungerechtfertigte Preiserhöhungen weitergeleitet, der über mögliche Sanktionen entscheidet. Doch nicht nur die Höhe der Forderung erregte Anstoß. Bei der Überprüfung der Auszeichnung im Geschäft deckten die Kontrolleure zudem zwölf Verstöße gegen die Preisangabenverordnung auf. Auf den Etiketten fehlten demnach die vorgeschriebenen Mengenangaben in Zentilitern oder Millilitern. Für diese formalen Mängel verhängten die Beamten noch vor Ort ein Bußgeld.
In einer Stellungnahme bekräftigte das Handelsministerium seine Haltung, mit solchen Kontrollen „entschlossen fortzufahren, um Verbraucherrechte zu schützen, gegen Wucher vorzugehen und eine faire Handelsordnung zu gewährleisten”.