110 Mitarbeiter warten auf ihr Geld: Schwere Vorwürfe gegen Thermalhotel in Yalova

06.09.2026 – 10:00 Uhr

Im türkischen Thermalort Termal in der Provinz Yalova kämpfen rund 110 ehemalige Beschäftigte des Grand Termal Hotels weiterhin um ihre ausstehenden Löhne und weitere Ansprüche. Das Hotel hat seinen Betrieb eingestellt, die Mitarbeiter wurden daraufhin entlassen.

Nach Angaben der Gewerkschaft Tüm Otel ve Turizm İşçileri Sendikası (OTİS) warten die Beschäftigten unter anderem auf ausstehende Gehälter, Abfindungen, Kündigungsentschädigungen, nicht genommenen Urlaub sowie Überstundenvergütungen. Ein Teil des Juli-Gehalts sei zwar gezahlt worden, allerdings nur in geringem Umfang. Die Beschäftigten fordern die vollständige Begleichung ihrer Ansprüche.

„Wir bitten nicht um Almosen. Wir wollen nur die Gegenleistung für unsere Arbeit“, erklärten die Beschäftigten.

Vorwürfe zu den Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaft erhob zudem schwere Vorwürfe zu den Arbeitsbedingungen im Hotel. Beschäftigte berichteten demnach von fehlenden Sicherheitsmaßnahmen und schlechten Bedingungen bei der Verpflegung. Auch die Sicherheit am Arbeitsplatz sei teilweise nicht gewährleistet gewesen.

Darüber hinaus behaupten ehemalige Mitarbeiter, während ihrer Beschäftigung seien ausländische Staatsangehörige ohne die erforderliche Arbeitserlaubnis sowie Minderjährige im Hotel eingesetzt worden. Auch diese Beschäftigten hätten nach Angaben der Gewerkschaft teilweise kein Geld für ihre Arbeit erhalten. Die zuständigen Behörden wurden aufgefordert, die Vorwürfe zu untersuchen.

Mitarbeiter seit 28 Tagen im Hotel

Besonders prekär ist die Situation für einige ehemalige Beschäftigte, die weiterhin im Hotel untergebracht sind. Laut OTİS sollen sie sich seit rund 28 Tagen dort aufhalten und teilweise ohne grundlegende Versorgung wie Strom, Wasser und Erdgas sein.

Die Betroffenen fordern neben ihren ausstehenden Löhnen auch die vollständige Zahlung von Abfindungen, Kündigungsentschädigungen und weiteren arbeitsrechtlichen Ansprüchen.

Tourismusbetriebserlaubnis entzogen

Während die Proteste der Beschäftigten andauern, wurde dem Grand Termal Hotel im vergangenen Monat die Tourismusbetriebserlaubnis durch das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus entzogen.

OTİS fordert, die Grundversorgung der Beschäftigten sicherzustellen, die Vorwürfe zur Arbeitssicherheit zu untersuchen und sämtliche offenen Forderungen der Mitarbeiter zu begleichen.

Die Beschäftigten kündigten unterdessen an, ihren Protest fortzusetzen, bis ihre Ansprüche erfüllt sind. „Wir verlangen weder zu viel noch zu wenig. Wir wollen nur das, was wir für unsere Arbeit verdient haben“, erklärten sie.