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Glücksspiel-Rechtslage in Deutschland und Türkei ähnlich

14.2.2020 15:21 Uhr

Bereits seit mehreren Jahren ist die Beziehung zwischen dem deutschen Gesetzgeber und der Glücksspielbranche schwierig. Der Staat ist in Besitz des Glücksspielmonopols. Die Monopolstellung wird über einen Staatsvertrag geregelt. Auch in der Türkei stellt das Glücksspiel ein heikles Thema dar. Ebenso wie in der Bundesrepublik existiert eine staatliche Lotterie. Wer lieber auf Karten und Würfel als auf Zahlen setzt, kann in einem Casino seinen Einsatz machen.

Wie ist das Glücksspiel in Deutschland rechtlich geregelt?

Das Glücksspiel in der Bundesrepublik unterliegt mehreren Gesetzen. Zunächst gilt laut dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) der Schutz Minderjähriger. Damit diese nicht auf die Idee kommen, ihr Taschengeld zu verspielen, ist ihnen der Aufenthalt in einer öffentlichen Spielhalle grundsätzlich untersagt. Gleiches gilt für Räumlichkeiten, die hauptsächlich dem Spielbetrieb dienen. In der Öffentlichkeit ist Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Spielen mit Gewinnmöglichkeit untersagt, sofern sie nicht auf:

  • Volksfesten,
  • Spezialmärkten,
  • Schützenfesten oder
  • Jahrmärkten

stattfinden. Sofern die Preise in Waren von geringem Wert bestehen, stellt das Spiel mit dem Glück kein Problem dar. Dementsprechend können sich die Sprösslinge problemlos an der Losbude amüsieren.

Was in Deutschland nach einer strengen Rechtslage klingt, wird in anderen Ländern ebenso gehandhabt. Auch in der Türkei ist der Jugendschutz ein relevanter Faktor. Aus dem Grund dürfen auch hier Kinder unter dem 18. Lebensjahr weder ein Casino betreten, noch am Spielbetrieb teilnehmen. Der Grund, warum das Glücksspiel stringenten Auflagen unterliegt, besteht in der hohen Suchtgefahr, die es birgt. Wer sich beim Zocken um sein Erspartes bringt, gerät schnell in einen Teufelskreis aus Schulden.

Des Weiteren reguliert das Glücksspielgesetz in Form des Glücksspielstaatsvertrags die Aktivitäten in Casinos und Online-Casinos. Es umfasst grob die folgenden Inhalte:

  • Das Entstehen einer Glücksspiel- und Wettsucht soll verhindert werden.
  • Die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung sollen geschaffen werden.
  • Das Glücksspielangebot ist begrenzt und wird in geordnete und überwachte Bahnen gelenkt.
  • Dadurch kann das nicht erlaubte Glücksspiel verhindert werden.
  • Wichtig ist es, den Jugend- und Spielerschutz zu gewährleisten.
  • Die Regulation stellt sicher, dass Glücksspiele ordnungsgemäß durchgeführt und die Spieler vor betrügerischen Absichten geschützt werden.
  • Ebenso steht die Abwehr der mit dem Glücksspiel verbundenen Folge- und Begleitkriminalität im Vordergrund.

Online-Casinos in Deutschland – mit einem Klick zum Glück?

Die verzwickte gesetzliche Lage zum Glücksspiel wird besonders im Fall der Online-Casinos ersichtlich. Wer im Internet pokert, würfelt oder anderweitig einem Spiel mit Gewinnabsicht nachgeht, steht vor einem Problem. Immerhin treffen beim Online-Glücksspiel das deutsche und das europäische Recht aufeinander. Der Grund: Der Glücksspielstaatsvertrag erklärt das Betreiben von Glücksspielen von Firmen, die außerhalb innerstaatlicher Regulation stehen, für illegal. Dazu gehört die Mehrzahl der Glücksspielanbieter, deren Lizenzen aus Gibraltar oder von der Isle of Man stammen.

Der Europäische Gesetzhof lehnt den Staatsvertrag ab, sodass deutschen Spielern, die in Online-Casinos ihr Glück versuchen, in den seltensten Fällen eine Verfolgung droht. Allerdings kann die unklare Gesetzlage für die Glücksspieler selbst ein Problem darstellen. Abhängig vom Standort des Anbieters können sie keine rechtlichen Schritte einleiten, wenn sie mit unlauteren Mitteln um ihr Geld gebracht werden.

Damit die Spieler sich an einem möglichst seriösen Spielerlebnis erfreuen können, sollten sie auf die Bewertungen der Casinos und Spielhallen achten. Die Internetseite Spielhalle.net fasst die wichtigsten Kriterien für die Casino-Auswahl zusammen.

Glücksspiele treffen weltweit auf Beliebtheit. In anderen Ländern fällt die Gesetzeslage oftmals noch strenger aus als in Deutschland. Bildquelle: Pixabay.com / 5598375

Ähnlich verworren wie in Deutschland: die Glücksspiel-Rechtslage in der Türkei

Ebenso wie in Deutschland stellt das Glücksspiel in der Türkei ein Thema mit zahlreichen Facetten dar. Obgleich der Islam Glücksspiel verpönt, finden zahlreiche Muslime an Wetten, Kartenspielen und Würfeln Gefallen. Zahlreiche Wettbars und städtische Casinos laden die Glücksritter dazu ein, ihre Einsätze zu verdoppeln – oder ihr Glück beim nächsten Mal zu versuchen.

Bereits seit den 90er-Jahren ist das Glücksspiel in der Türkei verbreitet. Es unterliegt wie auch in Deutschland der staatlichen Aufsicht und ist streng reguliert. Obgleich das illegale Glücksspiel stark geahndet wird, scheinen entsprechende Casinos zunehmend um Kundschaft zu werben. Neben den Einheimischen locken sie Touristen an und bringen sie teilweise um das Urlaubsgeld.

Die grundsätzliche Teilnahme am Glücksspiel ist in der Türkei nicht verboten. Allerdings sollten sich die Glücksritter an ein legal geführtes und reguliertes Casino wenden. Wie in der Bundesrepublik existiert im türkischen Raum ein staatliches Lotteriespiel. Es nennt sich Milli Piyango. Das Monopol liegt direkt beim Staat, der einen Teil der Einnahmen Vermutungen zufolge zur eigenen Finanzierung verwendet. Um weitere Investoren zu finden, bietet die Türkei Beteiligungen an der Lotterie an.

Neben der klassischen Lotterie und zahlreichen Casinos gibt es in der Türkei weitere Glücksspielmöglichkeiten. Beispielsweise verbringen begeisterte Zocker ihre Zeit mit Vorliebe auf der Pferdebahn. Pferdewetten sind bisher nicht staatlich geregelt und werden teils von illegalen Glücksspielunternehmen angeboten. Diese verdienen mit den Sportwetten viel Geld. Der Staat greift hart durch, um dem Einhalt zu gebieten. Experten vermuten, dass eine Verstaatlichung der Pferdewetten folgen könnte.

Das Online-Glücksspiel in der Türkei – legales oder illegales Vergnügen?

Ebenso wie in Deutschland handelt es sich beim Online-Glücksspiel in der Türkei um ein Unterfangen, das der Staat untersagt. Allerdings existieren staatliche Wettdienste, die das Online-Glücksspiel anbieten.

(Hürriyet.de)