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Zypern: Paris verstärkt Militärpräsenz

26.3.2019 14:00 Uhr

Frankreich baut seine Militärpräsenz in Zypern aus. Hintergrund sind die wachsenden Spannungen bei der Ausbeutung der unterseeischen Erdgasvorkommen vor der Insel.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage waren am Dienstag französische Kampfbomber des Typs Rafale bei Manövern über der Insel im östlichen Mittelmeer im Einsatz. Dies teilte das zyprische Verteidigungsministerium mit. Bereits am 19. März hatten französische Kampfjets bei Marinemanövern demonstrativ die südzyprische Hafenstadt Larnaka überflogen.

Zyprisch-französisches Kooperationsabkommen

Frankreich wolle den militärischen Teil des Flughafens der westzyprischen Stadt Paphos sowie einen Marinestützpunkt nahe Larnaka nutzen, berichtet die zyprische Presse. Dazu solle bald ein zyprisch-französisches Kooperationsabkommen unterzeichnet werden.

Als Grund für die erhöhte französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer gilt - neben der Krise im Nahen Osten - die Entdeckung von unterseeischen Erdgasvorkommen südlich von Zypern. Französische Unternehmen sind an den Bohrungen beteiligt. Diese Erdgasvorkommen haben zu Spannungen zwischen Ankara und Nikosia geführt.

Zypern ist seit 1974 in einen international nicht anerkannten türkischen Nordteil und die griechisch-zyprisch geprägte Republik Zypern mit Nikosia als Hauptstadt geteilt. Die Republik ist EU-Mitglied, wird aber von der Türkei nicht anerkannt, die den türkischen Norden militärisch sichert. Ankara lehnt die Ausbeutung der Erdgasvorkommen vor einer Lösung der Zypernfrage und ohne die Zustimmung der türkischen Zyprer ab und hat .

(an/dpa)