epa/Andy Rain

Zwischen Sitzblockaden und Schüssen

19.11.2019 22:52 Uhr

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es bei Protesten gegen die Führung des Landes zu teils chaotischen Szenen gekommen. Demonstranten versperrten Abgeordneten am Dienstagmorgen mit Straßenblockaden den Weg ins Parlament. Mehrere Wagen fuhren mit hohem Tempo durch die Menschenmenge, um die Blockade zu durchbrechen, wie auf Bildern des libanesischen Fernsehsenders MTV zu sehen war.

Als Demonstranten die Fahrzeuge attackierten, wurden aus einem der Fahrzeuge mehrere Schüsse in die Luft gefeuert.

Aus Regierungskreisen hieß es, bei den Fahrzeugen habe es sich um einen Konvoi des Finanzministers Ali Hassan al-Chalil gehandelt, der jedoch nicht dabei gewesen sei. Bereits zuvor war es zu Gerangeln zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen.

Proteste gegen politische Führung

Im Libanon kommt es seit mehr als einem Monat zu Protesten gegen die politische Führung und die ausufernde Korruption. Die Demonstranten fordern einen vollständigen Wechsel an der Spitze des kleinen Landes am Mittelmeer. Regierungschef Saad Hariri trat im Zuge der Proteste zurück. Um seinen Nachfolger wird hinter den Kulissen gerungen.

Demonstranten versperrten am Morgen mit Menschenketten die Wege zum Parlament im Zentrum Beiruts. Sie verhinderten so, dass die Abgeordneten über Gesetze zu Korruption und einer Generalamnestie beraten konnten. Die zunächst geplante Sitzung des Parlaments musste verschoben werden. Die Demonstranten befürchten, dass die Gesetze dem Schutz korrupter Politiker dienen. Auf Plakaten beschimpften sie diese als "Diebe". Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften riegelte Straßen ab, damit die Menschen nicht zum Parlament kommen konnten.

(an/dpa)

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