imago images / Jan Eifert

Zweitwärmster Winter seit Beginn der Aufzeichnungen

28.2.2020 15:22 Uhr

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 gab es in Deutschland nur einen Winter, der noch wärmer als dieser war: 2006/2007. Im Bundesdurchschnitt lag die Temperatur bei 4,1 Grad.

Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach nach einer ersten Datenauswertung seiner Stationen mit. Ein Großteil Europas lag demnach den Winter über im Bereich einer "extrem milden" atmosphärischen Südwestströmung. Wärmer war bisher nur die Wintersaison von 2006 auf 2007 gewesen.

Temperaturen steigen, Rekorde fallen

In den Bundesländern Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es demnach sogar der wärmste Winter, wie die Meteorologen mitteilten. Auch in Hamburg und Bremen wurden die bisherigen Rekorde nach erster Einschätzung wohl übertroffen. Im Bundesschnitt betrug die Temperatur 4,1 Grad - also 3,9 Grad über dem Durchschnittswert der Jahre 1961 bis 1990, die für Vergleiche genutzt wird. Der Winter war laut DWD darüber hinaus auch "deutlich zu nass", zugleich aber "ungewöhnlich schneearm". Selbst im bayerischen Oberstdorf in den Alpen lag an 54 Tagen kein Schnee.

Großteil Europas erstaunlich mild

In einigen Teilen des weiter nördlich gelegenen Flachlands schneite es demnach gar erstmals am Donnerstag. Grund war der sich über Grönland und Nordkanada ständig erneuernde sogenannte Kältepol der Nordhalbkugel. Dazu gehörte ein atmosphärisches Starkwindband, das immer wieder Tiefdruckgebiete über Island in Richtung Russland schickte. Diese führten zu Südwestströmungen über Europa, die beständig milde Warmluft heranführten. Auch in einem Großteil des übrigen Europas war es daher extrem mild.

(be/afp)

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