imago images / Norbert Schmidt

Zweijährige von Whiskyflasche lebensgefährlich verletzt

2.11.2019 14:39 Uhr

Ein Vater läuft mit seiner Mutter die Bahnhofstreppen zum Gleis hoch - plötzlich wird die Zweijährige von einer Whiskeyflasche am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass jemand die Flasche aus einem den Bahnhof durchfahrenden Zug geworfen hat.

Es ist der späte Freitagvormittag gegen 10.50 Uhr am Feiertag Allerheiligen in Nordrhein-Westfalen.

Rettungskräfte bringen das schwer verletzte Mädchen in ein Krankenhaus. Nach einer Operation ist sein Zustand stabil, berichtet ein Sprecher der Dortmunder Polizei einen Tag später. Unterdessen gehen die Ermittlungen der Behörden weiter. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Dortmund hat sich bisher noch kein Verursacher gemeldet. "Im Moment gibt es keine Hinweise auf einen etwaigen Werfer der Flasche", sagte Staatsanwalt Henner Kruse.

Großaufgebot an Bundespolizei

Der Zug fährt am Freitag zunächst noch weiter, im etwa 65 Kilometer entfernten Greven rückt die Bundespolizei mit einem Großaufgebot an, das aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet und dem Rheinland zusammengezogen wurde. Dutzende Beamte nehmen die Personalien der Reisenden des Zuges auf, die von der Domstadt Köln zur ostfriesischen Insel Norderney unterwegs war. Die 580 Passagiere verhielten sich dabei sehr kooperativ, wie ein Sprecher der Bundespolizei schildert.

"Ich habe vollstes Verständnis für die Polizei. Gut, dass sie den Täter finden wollen", sagt Dieter Nübling (57) der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Er war demnach am Freitagmorgen mit seinem Kegelclub in Köln in den zehn Waggons umfassenden Zug eingestiegen. "Ich mache seit 30 Jahren solche Fahrten, aber das habe ich noch nie erlebt. Hoffentlich kriegen sie den", sagte Norbert Rumbach (59) der "Bild". Der Zug konnte dem Medienbericht zufolge nach der Überprüfung am Freitagabend Richtung Norden weiterfahren - ohne eine Festnahme.

Ermittlungen gehen weiter

Staatsanwaltschaft und Polizei Dortmund ermitteln weiter - in die Richtung, dass die Whiskyflasche aus einem durchfahrenden Zug geworfen worden sei, erläutert Staatsanwalt Kruse. Dazu gehörten auch Befragungen. Ermittelt werde wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Auch der Veranstalter Müller-Touristik will den Behörden bei der Aufklärung unterstützen. "Die ermittelnden Behörden haben unsere volle Unterstützung und erhalten von uns alle Informationen, die sie benötigen", erklärte der Geschäftsführer der Müller-Touristik GmbH & Co. KG in Münster, Bernd Niemeyer, in einer schriftlichen Stellungnahme. Das Unternehmen verurteile die Tat zutiefst und wünsche dem Mädchen eine baldige und vollkommene Genesung.

(be/dpa)

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