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Zwei Wochen Regen nicht genug - Istanbul trocknet aus

21.10.2020 9:38 Uhr

Obwohl in den letzten zwei Wochen reichlich Regenfälle über der Millionenmetropole Istanbul niedergingen, sei dies nicht genug gewesen, um die angespannte Lage in den Staudämmen zu entspannen. Der Meteorologe Prof. Dr. Orhan Sen der Technischen Universität Istanbul erklärt, dass plötzliche Platzregen und Stürme die Staudämme nicht füllen, sondern direkt ablaufen würden. Die Dämme währenddessen sind mittlerweile nur noch zu 32,03 Prozent gefüllt – der zweitniedrigste Stand seit dem großen Dürrejahr 2014.

Nach den Angaben der Istanbuler Wasser- und Kanalisationsverwaltung ISKI ist der Wasserstand in einigen Staudämmen Istanbuls extrem gesunken. Der Kazandere-Stausee ist beispielsweise nur noch zu 5,14 Prozent gefüllt. Der Ömerli Staudamm hingegen zu 45,7 Prozent. Momentan am vollsten ist der Darlik Stausee mit 62,45 Prozent. Und insgesamt sei es eigentlich nicht so wichtig, ob es im Sommer viel regnet, erklärt Prof. Dr. Orhan Sen, wichtig seien die Regenfälle, die ab Beginn des Wasserjahres im Oktober fallen würden. Der Regen, so Sen, fällt dann langsam und gleichmäßig und das würde sich in den Wasserständen widerspiegeln.

Noch Wasser für 90 Tage

Istanbul werden aus den Staudämmen täglich drei Millionen Kubikmeter sauberes Wasser zur Verfügung gestellt. Nach Berechnungen würde dies bei der momentanen Auslastung bedeuten, dass Istanbul noch für 90 Tage Wasser hat – wenn es überhaupt nicht mehr regnen würde.

Allerdings kommt hier noch dazu, dass das Wasser am Grund der Stauseen nicht genutzt wird, also sei es eigentlich sogar noch weniger.

(be)

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