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Zwei weitere Verdächtige in Prag festgenommen

28.3.2019 15:26 Uhr

In Tschechien sind zwei weitere Verdächtige im Zusammenhang mit Anschlägen auf den Bahnverkehr in Bayern und Berlin festgenommen worden.

Sie sollen mit dem am Montag in Wien festgenommenen mutmaßlichen Sympathisanten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eine "gemeinsame Zelle" gebildet haben, wie Österreichs Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur APA sagte. Die beiden "mutmaßlichen Terroristen" seien am Mittwoch in Prag festgenommen worden, sagte Kickl demnach vor dem Parlament in Wien.

Die tschechische Polizei bestätigte im Kurzbotschaftendienst die Festnahme von zwei Ausländern kurz nach ihrer Ankunft am Vaclav-Havel-Flughafen in Prag. Sie seien auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden, den die österreichischen Behörden veranlasst hätten. Ein Gericht werde über die mögliche Auslieferung der beiden Verdächtigen entscheiden.

Täter bestreitet terroristischen Hintergrund

Der am Montag in der österreichischen Hauptstadt festgenommene 42-jährige Iraker soll für einen Anschlag auf den Bahnverkehr im Oktober in Bayern und einen weiteren im Dezember in Berlin verantwortlich sein. In seiner Vernehmung in Wien gestand er die Taten, bestritt aber einen terroristischen Hintergrund. Der fünffache Vater war als Flüchtling nach Österreich gekommen.

Auch die Ehefrau des 42-Jährigen wurde nach Angaben der österreichischen Staatsanwaltschaft am Mittwoch festgenommen, wie APA berichtete. Sie werde der Beihilfe verdächtigt.

Arabische Drohscheiben und Schmierschriften mit IS-Bezug

Menschen waren durch die Anschläge nicht zu Schaden gekommen. Bei dem Anschlag im bayerischen Allersberg am 7. Oktober soll der Mann mit Metallteilen verstärkte Holzkeile auf den Gleisen aufgebracht haben, um einen ICE zum Entgleisen zu bringen. Ein Zug überfuhr die Hindernisse und wurde dabei leicht beschädigt. In Tatortnähe entdeckten die Ermittler in arabischer Sprache verfasste Drohscheiben und Schmierschriften mit IS-Bezug.

Bei dem Anschlag in Berlin-Karlshorst entdeckten die Ermittler ebenfalls Schriftstücke und eine IS-Flagge. Kurz vor Weihnachten hatte die Deutsche Bahn einen Oberleitungsschaden mit einem gerissenen Halteseil und einem beschädigten Versorgungskabel festgestellt und die Polizei eingeschaltet. Diese entdeckte dann am Tatort die IS-Hinweise.

(gi/afp)