DHA

Zwei Wahlbeobachter in Provinz Malatya getötet

31.3.2019 12:12 Uhr

Während der Kommunalwahlen in der Türkei ist es in der Provinz Malatya zu einem tragischen Zwischenfall gekommen. Eine Gruppe hat angeblich gefordert, dass die Stimmabgabe bei einer geheimen Wahl offen durchzuführen sei, wogegen die Wahlbeobachter protestierten. Daraufhin habe ein Schütze das Feuer eröffnet und beide Personen, die der oppositionellen Saadet Partei angehörten, erschossen. Der Täter wurde den Berichten nach festgenommen.

Während der Kommunalwahl in der Türkei sind im ostanatolischen Malatya zwei Menschen erschossen worden. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, zwei Gruppen seien am Sonntag in einem Wahllokal im Bezirk Pütürge aneinandergeraten. Einer habe daraufhin eine Pistole gezogen und zwei Menschen getötet. Der Schütze sei festgenommen worden.

57 Millionen Menschen wahlberechtigt

Der Chef der kleinen Oppositionspartei Saadet, Temel Karamollaoglu, schrieb auf Twitter, die Opfer seien zwei Wahlbeobachter seiner Partei. Die beiden hätten gegen eine offene Stimmabgabe protestiert und seien daraufhin getötet worden. "Als Resultat der Attacke des Neffen eines Kandidaten der AK Parti wurde ein Wahlbeobachter und ein offizieller Mitarbeiter des Wahlbüros unserer Partei ermordet. Dieser Vorfall war kein einfacher Streit. Es war der Versuch, die Wähler zu zwingen, ihre Stimmen bei der geheimen Wahl offen abzugeben. Unsere Wahlbeobachter haben dem widersprochen und wurden dafür massakriert", sagte Karamollaoglu in seinem Tweet. Insgesamt wurden wohl vier Personen festgenommen, die in den Vorfall verwickelt waren. Im Nachgang drückte Präsident Erdogan sein Bedauern über den schrecklichen Vorfall aus.

Rund 57 Millionen Türken sind landesweit dazu aufgerufen, Bürgermeister, Gemeinderäte und andere Kommunalpolitiker zu wählen. Die Abstimmung findet in allen 81 Provinzen gleichzeitig statt. Nach offiziellen Angaben sind landesweit rund 553 000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Die Kommunalwahl ist ein Stimmungstest für Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine islamisch-konservative Regierung. Spannend wird es vor allem in der Wirtschaftsmetropole Istanbul und der Hauptstadt Ankara: Dort wird ein knapper Ausgang erwartet. Beide Städte werden seit mehr als 20 Jahren von islamisch-konservativen Bürgermeistern regiert. Eine Niederlage dort wäre ein Gesichtsverlust für Erdogan, der selbst einst Bürgermeister von Istanbul war.

(dpa)

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