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Zwei Tatverdächtige bleiben auf Mallorca in U-Haft

6.7.2019 23:21 Uhr

Chaos auf Mallorca. Am Morgen um 9.30 Uhr wurden vier Tatverdächtige in Handschellen zum Gericht nach Palma gebracht, um dort vor dem zuständigen Haftrichter angehört zu werden. Im Tagesverlauf wurde, um weitere Beweismittel zu sichern, eine weitere forensische Untersuchung des vermeintlichen Opfers vorgenommen. Am Ende kam der Haftrichter zu der Überzeugung, dass sich der dringende Tatverdacht gegen die beiden Hauptbeschuldigten erhärtet habe und sie deshalb in U-Haft müssen.

Es waren zuerst recht chaotische Vorgänge in Palma auf Mallorca. So waren wohl die Verwandten der Beschuldigten angekommen. Den vier Verdächtigen, die in Handschellen zum Gericht gebracht wurden, stand zunächst kein Pflichtverteidiger zur Verfügung, wodurch die Vernehmung durch den Haftrichter verschoben werden musste. Zudem verzögerte sich das Prozedere durch eine weitere ärztliche Untersuchung des mutmaßlichen Opfers.

Forensische Untersuchung unterstützt Aussagen des Opfers

Bei dieser Untersuchung, so sickerte aus Gerichtskreisen durch, seien die Vergewaltigungsvorwürfe nochmals anhand von Spuren nachhaltig untermauert worden. Die Aussagen des Opfers seien so stimmig und die Verletzung, welche am Hals, an den Armen und vor allen Dingen im Genitalbereich der 18-Jährigen bei den forensischen Untersuchungen vorgefunden wurden, lassen laut Gericht nur den Schluss zu, dass es sich um einen erzwungenen Geschlechtsverkehr gehandelt haben muss.

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Beide Hauptverdächtige ließen sich gegenüber dem Gericht ein, dass es zwar Geschlechtsverkehr gegeben habe, der sei jedoch auf freiwilliger Basis verlaufen. Den Einlassungen wollte das Gericht wegen der Schwere der Verletzungen des Opfers nicht folgen. Auch seien die Einlassung der Zeugin glaubwürdig, denn sie räumte ein, die jungen Deutsch-Türken in einer Bar getroffen und mit ihnen getrunken zu haben. Auch sei sie ihnen freiwillig zum Hotel gefolgt, das aber nicht in der Ansicht, dort Verkehr zu haben, sondern weiterzufeiern, wie ihr die jungen Männer anboten. Als sie dann den Geschlechtsverkehr verweigerte, sei es zu den Übergriffen gekommen, bei denen sie von einem Täter festgehalten wurde, während der zweite Täter sie vergewaltigte und dabei verletzte.

Das alles war für den Haftrichter so schlüssig, dass er gegen zwei Hauptbeschuldigte Fortsetzung der Untersuchungshaft anordnete und zwei weitere Beschuldigte ohne Auflagen auf freien Fuß setzte.

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(Hürriyet.de)