AFP

Zwei Entführungsopfer in Mali aufgetaucht

14.3.2020 22:17 Uhr

Vor 15 Monaten wurden die Kanadierin Edith Blais und der Italiener Luca Tacchetto in Mali von Islamisten entführt. Nun gelang ihnen die Flucht und sie blieben unverletzt. Verwundert waren sie jedoch, als sie die geänderten Begrüßungsregeln erlebten, die dem Coronavirus geschuldet sind. Bisher waren sie damit nicht konfrontiert worden. Mali wird seit rund fünf Jahren von dschihadistischen Milizen mit Gewalt überzogen.

Beide Entführungsopfer waren nach Angaben der Familie der Kanadierin im Dezember 2018 rund 360 Kilometer westlich von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou verschwunden, wo sie mit dem Auto unterwegs waren. Sie planten, als Mitarbeiter eines Hilfsprojekts nach Togo zu gehen. Im April 2019 erklärte dann ein Sprecher der Regierung in Ouagadougou, die beiden seien entführt und wahrscheinlich außer Landes gebracht worden, sie seien aber nicht in Gefahr.

Entführungsopfer in guter körperlicher Verfassung

Die Umstände ihrer Flucht waren zunächst nicht vollständig geklärt. Offenbar gelang es ihnen am Freitag, nahe der nordmalischen Rebellenhochburg Kidal zu entkommen. Sie waren wie Tuareg-Rebellen gekleidet, stoppten offenbar ein Auto und baten den Fahrer, sie zum nächstgelegenen UN-Stützpunkt zu bringen. Von dort aus wurden sie am Samstag in Malis Hauptstadt Bamako geflogen.

Den beiden Entführungsopfern schien es gut zu gehen, sie waren aber verwundert über die Begrüßung durch malische, kanadische und UN-Vertreter per Ellenbogen. Das Paar wurde dann über die neuen Begrüßungsregeln wegen der Coronakrise informiert. Ein Gesundheitsbeamter in Schutzkleidung nahm anschließend eine Temperaturmessung vor.

Dschihadisten überziehen Mali mit Gewalt

Zunächst bekannte sich keine Gruppe zur Entführung der beiden. Malis Außenminister Tiébilé Dramé versicherte, es sei kein Lösegeld geflossen. Er betonte zugleich, es sei ein Zeichen zunehmender Stabilität in Mali, dass die beiden Entführungsopfer freigekommen seien.

Mali kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Islamistische Gruppen hatten 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen. Trotz der Präsenz internationaler Truppen in der Region ist es seither nicht gelungen, die Gewalt einzudämmen. Burkina Faso galt lange als sicher, seit 2015 kommt es aber auch dort verstärkt zu dschihadistischer Gewalt. Mehrere Ausländer wurden entführt, ein Australier und ein Rumäne werden noch immer vermisst.

(ce/afp)

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