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Zwangsprostitution: Paar zwingt Frau zu Sex mit 100 Männern

7.1.2019 15:48 Uhr

Eine Frau aus Berlin wird von einem Paar zur Zwangsprostitution gezwungen. Ein 28-jähriger Mann und seine ein Jahr ältere Verlobte müssen sich seit Montag am Landgericht München I verantworten, da sie das Opfer zum Geschlechtsverkehr mit 100 bis 150 Männern gezwungen haben sollen. Sie bestreiten jedoch die Vorwürfe.

Weitere Angaben zur Anklage verweigerten sie.

Opfer war Jungfrau

Angeklagte und Opfer stammen aus Afghanistan. Der Mann hatte das Opfer laut Anklage in einem Online-Chat kennengelernt und im November 2017 mit dem Eheversprechen nach München gelockt. Er habe die damals 26-Jährige damit unter Druck gesetzt, dass sie, nachdem sie mit ihm Sex gehabt hatte, keine Jungfrau mehr und darum von ihm abhängig war. In der Folge habe sie mit ihm und der Mitangeklagten in einer Wohnung leben und den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen müssen.

Nach knapp einem Monat sei das Opfer über Internetportale zur Prostitution an Männer vermittelt worden, so die Anklage. Mehrmals hätten die mutmaßlichen Täter sie zudem in der Wohnung vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht. Zudem hätten sie Druck aufgebaut, indem sie damit drohten, ihrer Familie zu verraten, dass sie keine Jungfrau mehr ist und als Prostituierte tätig war. Im März 2018 wandte die Frau sich schließlich mit Unterstützung eines Freiers an die Polizei.

Die Vorwürfe lauten auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Vergewaltigung. Für das Verfahren sind sieben Termine bis Ende Januar angesetzt. Im Laufe des Prozesses soll auch das Opfer aussagen.

(sis/dpa)