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Zverev fühlt sich trotzdem "gut für Wimbledon"

21.6.2019 20:37 Uhr

Trotz seiner Knieblessur hat es Alexander Zverev in Halle bis ins Viertelfinale geschafft, wo er gegen den Belgier David Goffin scheiterte. Aber er will nicht alles negativ sehen.

Mit Knieschmerzen und einer Viertelfinal-Niederlage verabschiedete sich der beste deutsche Tennisprofi von seinem Lieblingsturnier.

"Man kann immer alles sehr negativ sehen. Man kann aber auch viele Dinge positiv sehen", sagte der 22-Jährige mit enttäuschter Stimme: "Ich habe hier drei gute Matches gespielt. Ich bin natürlich nicht froh, dass ich verloren habe, aber ich fühle mich gut für Wimbledon."

Sein Knie bereite ihm vor dem Auftakt des Rasenklassikers am 1. Juli keine großen Sorgen. "Ich bin nicht bei 100 Prozent, aber ich denke, dass wird schon in den nächsten Tagen", sagte der Weltranglisten-Fünfte, der sich am Montag bei einem Sturz in seiner Erstrundenpartie leicht verletzt hatte. Vor der Reise nach London wolle er nun nach kräftezehrenden Wochen wahrscheinlich in seiner Wahlheimat Monte Carlo eine kurze Auszeit einlegen.

Aufschlagschwäche

In Halle zeigte Zverev beim 6:3, 1:6, 6:7 (3:7) gegen den belgischen Weltranglisten-33. David Goffin im ersten Satz einen eindrucksvollen Auftritt. Doch für die erhoffte dritte Halbfinal-Teilnahme nach 2016 und 2017 reichte es knapp nicht. Eine erneute Aufschlagschwäche mit neun Doppelfehlern half dem Gegner.

Auch sein Willen, ein frühes Break im dritten Satz und zwei abgewehrte Matchbälle bei 4:5 führten am Ende im Tiebreak nicht dazu, dass Zverev die Nervenprobe erfolgreich meisterte. "Der hat Wahnsinn gespielt", sagte der Norddeutsche über den früheren Top-Ten-Spieler Goffin. "Ich habe gar nicht so schlecht gespielt. Dann kann ich auch 7:6 im dritten Satz verlieren, das ist dann kein Problem."

Die Hoffnung, trotz des geschwollenen Knies seinen ersten Titel in Halle zu feiern, war für den letzten verbliebenen deutschen Teilnehmer und Finalisten von 2016 und 2017 im Feld früh beendet. Als Zverev mit einem Winken nach 2:16 Stunden Schwerstarbeit den Platz verließ, war Trainer Ivan Lendl bereits aus der Box verschwunden.

Der frühere Weltklassespieler war erst in Stuttgart zum Auftakt der Rasenturniere wieder zum Team gestoßen. Für die Sandplatz-Saison war Lendl nicht nach Europa gereist. Dass er auch bei den French Open in Paris überraschend nicht an der Seite von Zverev war, hatte für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Vorbereitung für Wimbledon

Mit Vater Alexander Zverev senior bereitet der 59-Jährige den Spitzenspieler nun auf Wimbledon und den erhofften Sprung in die zweite Woche des dritten Grand-Slam-Turniers des Jahres vor. Der zweite Aufschlag und Volleys werden in der finalen Vorbereitung Trainingsschwerpunkte sein, mutmaßte der ATP-Final-Gewinner: "Ich bin jemand, der seinem Coaching Staff sehr vertraut." Wie gegen Goffin war der zweite Aufschlag schon in den vergangenen Wochen eine Schwäche von Zverev gewesen.

Die Vorschlussrunde bei dem mit 2,2 Millionen Euro dotierten Rasenturnier findet nun ohne deutsche Beteiligung statt. Goffin wird am Samstag den Italiener Matteo Berretini herausfordern. Der Stuttgart-Sieger tritt mit dem Selbstbewusstsein seines Titelgewinns der vergangenen Woche an und spielte auch beim 6:2, 7:6 (7:4) gegen den an Position drei gesetzten Russen Karen Chatschanow stark.

(be/dpa)

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