epa/Stringer

Zugunglück in Ankara: Mindestens 9 Tote und 47 Verletzte

13.12.2018 10:50 Uhr

Die Zahl der Toten bei dem Zugunglück in Ankara hat sich auf neun erhöht. 47 weitere seien bei der Kollision eines Schnellzugs mit einer Lokomotive am Rande der türkischen Hauptstadt verletzt worden, mehrere davon schwer, sagte Verkehrsminister Cahit Turhan im Fernsehen. Der Schnellzug nach Konya war am Morgen in eine Lokomotive geprallt, die im Bahnhof von Marsandiz die Gleise kontrollierte.

Der Aufprall war so heftig, dass die Lokomotive schwer beschädigt wurde und mehrere Wagons entgleisten, wie eine AFP-Reporterin vor Ort berichtete. Einer wurde demnach komplett zerstört. Der Zug, der laut türkischen Medienberichten mehr als 200 Passagiere an Bord hatte riss auch eine Fußgängerüberführung im Bahnhof von Marsandiz mit sich, die auf die Wagons stürzte.

Nach Angaben des Ministers waren unter den Toten drei Bahnangestellte, die anderen waren Passagiere. Der 06.30-Uhr-Schnellzug ins zentralanatolische Konya war wenige Minuten nach der Abfahrt am Hauptbahnhof von Ankara mit der Lokomotive kollidiert, die auf dem gleichen Gleis stand. Laut dem Gouverneur von Ankara, Vasip Sahin, kontrollierte sie die Gleise.

Untersuchung wird eingeleitet

Zahlreiche Rettungskräfte bemühten sich auf den von Schnee bedeckten Gleisen, die Toten und Verletzten aus den blau-weißen Wagons zu bergen. Helfer des Türkischen Roten Halbmonds verteilten Decken und Suppe an Überlebende, die sich auf einer Straße nahe dem Unglücksort im Viertel Yenimahalle versammelt hatten.

Gouverneur Sahin sagte, eine Untersuchung sei eingeleitet worden, um die Ursache des Unglücks zu ermitteln. Die Schnellbahnstrecke von Ankara nach Konya war 2011 vom damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan eingeweiht worden. Die Türkei arbeitet seit Jahren daran, ihr Bahnnetz zu modernisieren und auszubauen, doch gibt es immer wieder schwere Unglücke.

Erst im Juli waren bei einem Zugunglück im Nordwesten der Türkei 24 Menschen getötet und hunderte verletzt worden. Damals war ein Zug auf dem Weg von Edirne nach Istanbul entgleist, nachdem das Gleisbett bei schweren Regenfällen unterspült worden war. Im Juli 2004 waren zudem 41 Menschen in der nordwestlichen Provinz Sakarya ums Leben gekommen, als ein Schnellzug entgleiste.

(an/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.