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Zoff bei Ferrari - "Was zur Hölle macht er?"

17.11.2019 20:21 Uhr

Während sich Max Verstappen den Sieg in Brasilien sicherte, flogen Sebastian Vettel und Charles Leclerc nach einem Crash raus. Ist der Konkurrenzkampf zwischen den Ferrari-Piloten außer Kontrolle?

Drama zum Dienstjubiläum: In seinem 100. Rennen für Ferrari ist der Zoff zwischen Sebastian Vettel und Teamkollege Charles Leclerc eskaliert. Beim Triumph von Polesetter Max Verstappen in Sao Paulo bauten Vettel und Leclerc im Kampf um Platz vier einen Crash und sorgten so für Alarmstufe Rot bei der Scuderia. "Mein Gott, muss das sein", schrie Vettel völlig frustriert am Funk. Und Leclerc meinte: "Was zur Hölle macht er?"

Bemühte Deeskalation

Erst recht spät - nach einem Briefing durch das Team - traten beide Piloten anschließend vor die Kameras. Und bemühten sich um Deeskalation. "Das Rennen ist gelaufen, es ist bitter, wir werden darüber sprechen", sagte Vettel, eine klare Ansage durch das Team sei aber nicht nötig: "Charles hat versucht zu überholen, ich habe mich auf die nächste Gerade konzentriert und dachte schon, ich wäre vorbei. Dann kam es zum Knall."

Leclerc ließ allerdings durchblicken, dass er die Schuld bei Vettel sah - damit war er nicht allein. "Ich habe ihm den Raum gelassen, dann zog er nach links", sagte der Monegasse: "Aber wir sind reif genug, um das hinter uns zu lassen. Wir werden weiter gut zusammenarbeiten."

Die Deppen von Brasilien

Vettel beschädigte bei dem Ferrari-Drama den Vorderreifen von Leclerc, der Heppenheimer schlitzte sich den Hinterreifen auf. Und so waren die Männer in Rot die Deppen von Brasilien.

Nach einem lange wenig spektakulären Rennen sorgten erst Safety-Car-Phasen und der Vettel-Leclerc-Unfall kurz vor Schluss dann für mächtig Spannung. Im Chaos behielt Verstappen die Nerven, der Niederländer verschaffte sich zudem Genugtuung für seine Pleite im Vorjahr. Damals vergab der 22-Jährige noch den schon sicher geglaubten Sieg in Sao Paulo nach einem Unfall mit dem überrundeten Esteban Ocon. Diesmal aber war Verstappen nicht zu schlagen und verbesserte sich im WM-Klassement auf Rang drei. Nico Hülkenberg, der in Brasilien sein Formel-1-Aus für 2020 bestätigte, wurde im Renault Zwölfter.

"Vorsichtig optimistisch"?

"Ich bin vorsichtig optimistisch", hatte Vettel noch vor dem Rennen gesagt, musste dann aber gleich beim Start den ersten Dämpfer einstecken. Hamilton bremste bei der nur 195 Meter langen Anfahrt auf die erste Kurve einen Tick später und konnte sich so an Vettel vorbeidrängeln. An der Spitze behielt Verstappen die Nerven, der 22-Jährige konnte sich in der Folge etwas von Hamilton absetzen. Dahinter versuchte Vettel zu folgen, doch das Tempo von Verstappen und Hamilton konnte er nicht mitgehen.

Die Ereignisse zum Schluss wirbelten dann alles noch einmal durcheinander. "Jedes Jahr passiert hier etwas", hatte Vettel vor dem Rennen gesagt und er sollte Recht behalten: "Der Ort hat einen Hang zum Drama."

Aktualisiert: 17.11.2019, 20:40 Uhr

(be/afp)

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